Die Verwaltung Renningen zieht bald in die Volksbank Das neue Rathaus kommt samt Anbau

Dieser Volksbankbau soll in naher Zukunft zum neuen Renninger Rathaus werden. Auf der Südseite (vorne) ist sogar ein Anbau geplant. Foto: Simon Granville

Der Entwurf für das Volksbankgebäude an der Ecke Bahnhofstraße/Jahnstraße in Renningen ist beschlossene Sache.

Der Entwurf für das neue Rathaus in der „alten“ Volksbank in Renningen ist jetzt fertig und der Weg für die Umsetzung in den kommenden Jahren endgültig geebnet. Das gilt nicht nur für den Umbau und die Sanierung des Volksbankgebäudes, sondern ebenso für den geplanten Anbau, dessen zeitnahe Realisierung lange auf der Kippe stand. Der Gemeinderat hat am Montag für beide Teilprojekte den Baubeschluss gefasst.

 

Die Volksbank Leonberg-Strohgäu hat ihr Bestandsgebäude an der Ecke Bahnhofstraße/Jahnstraße aufgegeben und realisiert einige Meter weiter südlich einen Neubau. Die Stadtverwaltung Renningen, die schon seit Jahren über Platzmangel klagt, hat das betreffende Gebäude daher gekauft, um dort künftig große Teile der Verwaltung, die bisher über mehrere Standorte verteilt sind, unterzubringen. Das bisherige Rathaus in der Hauptstraße soll trotzdem erhalten bleiben.

Die Einwohnerzahlen steigen

Mit Blick auf die Zukunft der Stadt, die sich auf die 20 000 Einwohner und damit den Titel „Große Kreisstadt“ zubewegt, ist außerdem ein Anbau in der Bahnhofstraße geplant. Denn als Große Kreisstadt wird Renningen noch mal mehr Verwaltungsaufgaben übertragen bekommen und braucht somit auch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wegen der angespannten Haushaltslage und vieler teurer Großprojekte schlugen Teile des Gemeinderats vor drei Jahren vor, das Bestandsgebäude zwar zu sanieren und umzurüsten, den Anbau aber noch einmal aufzuschieben. „Wir brauchen diese Räume“, betonte der Bürgermeister Wolfgang Faißt (Freie Wähler) in der Gemeinderatssitzung noch einmal. Der Rat schloss sich letztlich einstimmig, bei drei Enthaltungen, dem Vorschlag der Verwaltung an.

Photovoltaik und Begrünung fürs Dach

Doch wie soll das neue Rathaus nun eigentlich aussehen? Nach außen hin wird sich am Bestandsgebäude voraussichtlich gar nicht so viel verändern. Mit Blick auf den Klimaschutz soll das Dach allerdings Photovoltaik-Anlagen und eine Dachbegrünung erhalten. Die Architekten von Hermann+Bosch schlagen zudem eine Reduktion der Fensterflächen vor, damit sich das Gebäude im Sommer weniger stark aufheizt. Bei Räumen mit vielen Fenstern geht es um mehr als 25 Prozent. Das Glas könnte an den genannten Stellen durch Paneele ersetzt werden. Insgesamt soll damit der Energieverbrauch in dem rund 30 Jahre alten Gebäude reduziert werden. Wolfgang Faißt ist guter Dinge: „Wir werden es nahezu schaffen, den Volksbank-Altbau klimaneutral darzustellen.“

Die Struktur im Inneren kann an vielen Stellen beibehalten werden, an anderen muss sie dem Bedarf einer Verwaltung angepasst werden. Für die Renningerinnen und Renninger dürften besonders die Pläne für das Erdgeschoss interessant sein: Der derzeit für Kassenautomaten verwendete Bereich soll erhalten bleiben und künftig die Möglichkeit bieten, gewisse Dienste auch außerhalb der Öffnungszeiten wahrzunehmen – zum Beispiel für eine 24/7-Ausgabe von Verwaltungsprodukten wie Ausweise. Der große Sitzungssaal kommt in den ersten Stock. Und das städtische Archiv, bisher in der Realschule Renningen untergebracht, zieht ins Untergeschoss.

Bei der Stadt verbleiben rund 7,7 Millionen Euro

„Der Erweiterungsbau dockt südlich am Ostflügel mit einem neuen Treppenhaus und Aufzugsanlage an den Bestand an“, erklärt Michael Kohler, Leiter der Abteilung Hoch- und Tiefbau im Rathaus. Während das Bestandsgebäude einen Skelettbau aus Stahlbeton hat, wird es sich bei dem neuen Gebäudeteil um einen Holzbau handeln. Das neue Erdgeschoss soll zudem Platz für Veranstaltungen bieten. Die eingeplante Tiefgarage wird Dienstfahrzeugen vorbehalten sein.

Die reinen Baukosten – also ohne den Kauf – liegen geschätzt bei rund 10,5 Millionen Euro. Nach Abzug von Fördermitteln des Landes würden 7,7 Millionen bei der Stadt verbleiben.

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