Die Vereinsführung des VfB Stuttgart und der Fanausschuss haben über atmosphärische Störungen diskutiert. Immerhin scheint eine Basis für die weitere Zusammenarbeit gefunden zu sein.

Stuttgart - Am Donnerstag (19 Uhr) trifft der VfB Stuttgart im Achtelfinale der Europa League auf Lazio Rom. Das wird vermutlich eine harte Nuss. Aber der Club ist momentan nicht nur auf dem grünen Rasen gefordert, sondern auch am grünen Tisch. So hat sich der Präsident Gerd Mäuser am Montagabend auf der Geschäftsstelle mit dem Fanausschuss zusammengesetzt, um über die in der vergangenen Woche geäußerte Kritik dieses Gremiums an seiner Person und an der Vereinspolitik insgesamt zu sprechen. Begleitet wurde Mäuser dabei von dem Manager Fredi Bobic, dem Fanbeauftragten Christian Schmidt und dem Stabsdirektor Stefan Heim.

 

Am Tag danach verbreitete der VfB dann eine Erklärung. „Wir haben in der gestrigen Sitzung die atmosphärischen Störungen thematisiert und die verschiedenen Standpunkte ausgetauscht. Darüber hinaus haben wir vereinbart, dass wir uns gemeinsam wieder konstruktiv den fanorientierten Sachthemen widmen“, hieß es da. Wortgleich äußerte sich in dieser Sache der Fanausschuss. Die Aussagekraft dieser beiden Sätze ist indes sehr beschränkt, denn aus ihnen geht weder hervor, dass die Störungen nun beigelegt sind noch dass eine Annäherung der Standpunkte erfolgte.

Deshalb lautet das Fazit des Stillhalteabkommens: immerhin scheint eine Basis für eine weitere Zusammenarbeit gefunden, nachdem einige Mitglieder des 13 Personen umfassenden Fanausschusses kürzlich noch an der Sinnhaftigkeit ihres Engagements zweifelten. Diese Gefahr ist nun gebannt. Aber gelöst sind die Probleme damit aller Voraussicht nach noch nicht.

Ein konstruktives Ergebnis des Austauschs

Die unterschiedlichen Auffassungen beziehen sich bekanntlich auf mehrere Bereiche – etwa auf das DFL-Sicherheitspapier, das der VfB im Dezember gegen den Willen des Fanausschusses verabschiedet hat. Oder auf die Zusammenarbeit mit dem Ticketpartner Viagogo, die an der Basis abgelehnt wird. Frustriert sind die Anhänger zudem über das Auftreten von Mäuser, von dem sie sich oft nicht ernst genommen und bisweilen sogar brüskiert fühlen.

Die Fronten sind seit einiger Zeit verhärtet – und sie wurden durch die Debatte auf der Geschäftsstelle kaum aufgeweicht. Zumal bei dieser Gelegenheit auch eine eigentlich gut gemeinte Aktion des VfB Irritationen verursachte. Hintergrund ist, dass der Club die Anhänger entschädigen will, die ihre Reise zum nunmehr bekanntlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindende Rückspiel in Rom am 14. März nicht mehr stornieren können. Diese Anhänger sollten vom VfB eine Stehplatzkarte für die letzte Auswärtspartie in dieser Bundesligasaison am 11. Mai auf Schalke bekommen – was der Verein bereits auf seiner Homepage im Internet verkündete.

Der Fanausschuss war in diese nette Geste nicht eingebunden – und wunderte sich dann am Montag darüber. Denn für Gästefans stehen in der Arena auf Schalke nur rund 1200 Stehplatzkarten zur Verfügung – und allein über Auswärtsdauerkarten der VfB-Fans sind davon schon ungefähr 500 vergriffen. Deshalb hätte der Plan der Vereinsführung aller Voraussicht nach den Kapazitätsrahmen gesprengt – was die Verantwortlichen nicht bedacht hatten. Als Folge davon nahm der VfB die Offerte am Dienstag zwischenzeitlich aus dem Internet. Es gebe Details, die geändert werden müssten, teilte die Pressestelle mit. Jetzt sollen auch Sitzplatzkarten angeboten werden.

Das ist dann immerhin ein konstruktives Ergebnis des Austauschs am Montag.