Wilhelma bekommt elf neue Tierarten Die neuen Tiere der Terra Australis

In diesem Teil der Außenanlage wird das Baumkänguru einziehen. Foto: Iris Frey

In die Australienwelt des Stuttgarter Zoos werden Baumkängurus, Kowaris und Sugar Glider einziehen. Es handelt sich um bedrohte Tierarten, die hier nachgezüchtet werden sollen.

Lokales: Iris Frey (if)

Während für die neue Australienwelt der Wilhelma die letzten Vorbereitungen getroffen werden – zum Beispiel die Bepflanzung im Außenbereich, das Tüfteln an Lüftung und Beleuchtungszeiten –, dürfen sich Thali Bauer und ihr Team dort bald um ihre Schützlinge vom fünften Kontinent kümmern. Wissenschaftlich begleitet wird die Terra Australis von Volker Grün, dem stellvertretenden Wilhelma-Direktor.

 

Das Baumkänguru zieht in die Außenanlage der Australienwelt

In der Terra Australis lebt dann – neben den vier Koalas – ein Goodfellow Baumkänguru. Das Beuteltier stammt ursprünglich aus Neuguinea. Das Männchen ist schon seit geraumer Zeit in der Wilhelma. „Es stammt aus einem Zoo in Frankreich. Es wird auch im Außengehege vor der Australienwelt zu sehen sein, neben dem Haupteingang. „Es frisst Blätter, Gemüse und Obst“, sagt Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin, der noch ein weibliches Baumkänguru bekommen möchte, damit es Nachwuchs gibt – wie bei den Koalas. „Das Baumkänguru kann knurren, aber nur, wenn es sich im Stress befindet“, erzählt Kölpin. Koalas hingegen seien laut, wenn sie interagieren. „Männchen haben einen Brunftschrei, wenn sie in Paarungsstimmung sind“, sagt Kölpin. Es sei ein tiefer, kehliger Laut. Ihn habe beeindruckt, wie laut die Koalas rufen können. Die Weibchen quieken laut.

Von den Kowaris gibt es nur noch wenige Tiere

Als Nachttier der Wüste werden die Besucher auf Kowaris treffen. Das ist ein kleines Raubtier, etwas größer als eine Maus. Diese kleinen Beuteltiere fressen Insekten, aber auch kleine Vögel. „Sie sind Raubbeutler“, sagt Kölpin. Diese bedrohte Tierart habe in Australien nur ein kleines Verbreitungsgebiet, sie komme westlich von South Wales in Queensland vor. Es gebe nur Reservepopulationen in Europa – allerdings haben Kowaris mehrere Junge im Beutel, wenn sie Nachwuchs bekommen.

Der Sugar Glider kann fliegen und isst gern Süßes

Ein weiteres Tier der Nacht ist der Sugar Glider, der Kurzkopfgleitbeutler. Das kletternde Beuteltier kann Gleitflüge absolvieren, über 100 Meter weit. Er hat eine Flughaut zwischen Vorder- und Hinterfüßen. Die Sugar Glider mögen, wie ihr Name verrät, Süßes: Nektar von Blüten und süßes Obst. Bei der Pflege müssen die Betreuer darauf achten, dass die Tiere nicht zu gehaltvoll fressen, damit sie nicht zu viel Gewicht zulegen, um noch fliegen zu können.

Auch das Bürstenschwanzrattenkänguru wird in der Terra australis zu finden sein. Von ihm gibt es nur kleine Einzelvorkommen in Westaustralien. „Es befindet sich in der höchsten Bedrohungsstufe, was den Artenschutz betrifft“, sagt der Wilhelma-Direktor. Diese Tiere sind Vegetarier, die Pflanzen am Boden fressen und etwas größer als Ratten sind. Auch sie sind nachtaktiv. Und Einzelgänger, sowohl die Männchen als auch die Weibchen.

Geduld und Zeit zum Besuch mitbringen

Wer die Tiere in der Terra Australis besuchen will, sollte sich Zeit nehmen. Denn in den beiden Nachtbereichen müssen sich die Augen erst langsam an die Dunkelheit gewöhnen. Auch die Tierpfleger sind in der Australienwelt besonders gefordert: Nicht nur mit der Reinigung der Gehege, der Fütterung und der Beobachtung ihrer Schützlinge. Anspruchsvoll wird für sie der Arbeitsplatz, weil sich zwei Häuser der Anlage im Nachtmodus befinden und sie mehrfach vom Tag zur Nacht wechseln. Die Tierpfleger seien jedoch Allrounder, kümmerten sich um alle Arten und schauen auch im Reich der Technik nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht in den Gehegen, versichert Kölpin.

Wilhelma unterstützt Artenschutz-Projekte in Australien

In der Terra Australis wird eine Tierart nur per Bild und Text vorgestellt: die Kaninchennasenbeutler, die Bilbis. Sie sind in Australien sehr bedroht vom Fuchs, den die Engländer mitgebracht hätten, und von verwilderten Hauskatzen, berichtet Kölpin. Für sie werden in Australien Schutzgebiete geschaffen mit Zäunen, die Füchse und Katzen fernhalten. Für dieses Artenschutzprojekt gibt die Wilhelma Geld, mit dem die Tierschutzorganisation Save the Bilby Fund in Charleville in Queensland unterstützt wird. Ein anderes Projekt unterstützen der Förderverein der Wilhelma und die Wilhelma zu gleichen Teilen. Dabei geht es um ein Koala-Projekt in Queensland an der Gold Coast. Dort wird zusammen mit der Dreamworld Foundation und der Universität Brisbane die Nachzucht von Koalas vor Ort gefördert.

Wenn die Australienwelt ab 25. Juli für das Publikum öffnet, wird es wegen des erwarteten großen Zulaufs Beschränkungen geben. „Wir werden mit Sicherheitspersonal arbeiten“, sagt Kölpin. Auch mit Wartezeiten müsse gerechnet werden.

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