Schwäbische Alb Wintersportler nutzen die Gunst der Stunde

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Auf der Schwäbischen Alb ist es am Wochenende rund gegangen. Auf den Loipen und an den Skiliften im Kreis Esslingen herrschte reger Betrieb.

Im vergangenen Jahr standen die Lifte an der Pfulb bei Lenningen-Schopfloch still. Jetzt stehen die  Wintersportler wieder Schlange. Foto: Michael Steinert 6 Bilder
Im vergangenen Jahr standen die Lifte an der Pfulb bei Lenningen-Schopfloch still. Jetzt stehen die Wintersportler wieder Schlange. Foto: Michael Steinert

Lenningen - So muss Entzug aussehen: Im vergangenen Jahr war die Skisaison an der Pfulb bei Lenningen-Schopfloch komplett ausgefallen, weil es beim Besitzerwechsel geklemmt hat. Jetzt, am ersten Winterwochenende in diesem Jahr, klemmt es mitunter auch noch – aber beide Lifte laufen und alle sind glücklich.

Lediglich Gabi Kazmaier, die als neue Besitzerin wieder Bewegung in das Bewegungszentrum Pfulb auf der Schwäbischen Alb bringt, hat bisher kaum Zeit zum Glücklichsein gefunden. Ihr Anspruch, den Liftbetrieb auf ehrenamtlicher Basis zu führen, ist durch den Ansturm der Wintersportler auf eine schwere Bewährungsprobe gestellt worden. Wenn’s Schnee hat, geht’s rund, hätten ihr die Vorbesitzer prophezeit. „Und sie haben recht gehabt“, sagt die neue Chefin am Sonntagmorgen in einer kurzen Atempause.

Schon am Tag zuvor, bei idealen Bedingungen, haben allein vier Vereine aus Lenningen, Owen und Kirchheim die Gelegenheit genutzt, ihren Ski-Nachwuchs zum ersten Mal in diesem Winter auf die Bretter zu stellen – und das vor der eigenen Haustüre. Weil das geklappt hat, ist Werner Schlatter, der Abteilungsleiter Ski des TSV Schopfloch, nur glücklich. „Ich habe gebetet, dass der Lift wieder in Schwung kommt“, sagt er. Das vergangene Jahr sei für den Verein ein Totalausfall gewesen. Jetzt purzeln immerhin 55 Skizwerge unter Anleitung den 300 Meter langen Hang hinunter. Ihr Abteilungsleiter wird weiter beten. „Ich hoffe, dass der Schnee bleibt und der Lift am nächsten Wochenende noch einmal läuft“, sagt Schlatter.

Hoffnung auf ein paar mehr Betriebstage

Das hofft auch Michael Mall ein paar Kilometer weiter. Mall hat seinen Lift bei Bissingen-Ochsenwang ebenfalls am Wochenende angeworfen.„Wir unterhalten die Anlage als Familienbetrieb. Wenn wir Helfer zahlen müssten, ginge das gar nicht“, sagt Mall mit Hinweis auf die unsichere Schneelage der vergangenen Jahre. Erst, wenn in einem Winter mehr als 25 Betriebstage zusammenkommen, bleibt finanziell etwas hängen.

Finanzielle Sorgen treiben die Langläufer, die in Scharen auf die Alb gepilgert sind nicht um. Die Benutzung der vom Landkreis Esslingen gepflegten Loipen ist kostenlos. Auf der inzwischen wieder freigegebenen Berghau-Loipe bei Erkenbrechtsweiler und der Pfulb-Loipe hat am Wochenende bei einer allerdings rasch dahinschmelzenden 40 Zentimeter hohen Schneedecke ein reger Kreisverkehr geherrscht. Nach wie vor gesperrt ist die Aschloipe bei Lenningen-Schopfloch, die durch heruntergebrochene Äste blockiert ist.

Über die aktuellen Loipenverhältnisse auf der Schwäbischen Alb informiert der Landkreis im Netz unter www.landkreis-esslingen.de/wintersport oder über die Loipen-Hotline 07026/9501228.