Diebstahl in Ostfildern Autokennzeichen im Scharnhauser Park verschwinden

Das Bild zeigt die Gerhard-Koch-Straße im Scharnhauser Park mit Blickrichtung Ortszentrum. Auf den öffentlichen Parkplätzen wurden in den vergangenen Monaten häufiger Autokennzeichen gestohlen. Foto: /Foto: Caroline Holowiecki

Seit Monaten verschwinden immer wieder Autokennzeichen in Ostfildern. Das Motiv der Täter, die vor allem in einer Straße im Scharnhauser Park ihr Unwesen treiben, ist rätselhaft.

Ostfildern - Offenbar werden an der Gerhard-Koch-Straße in Ostfildern im großen Stil Nummernschilder geklaut. Die Anzeigen häufen sich jedenfalls, und die Verunsicherung bei den Anwohnern wächst. Jeder Autofahrer kann diesen Ärger nachvollziehen: Eine Frau aus dem Scharnhauser Park hat unlängst in einer Facebook-Gruppe berichtet, dass an ihrem Auto schon zum zweiten Mal innerhalb eines Monats ein Kennzeichen geklaut wurde. Der Tatort sei jeweils nahe der Stadtbahn-Haltestelle Parksiedlung an der Schule im Park gewesen. Das ist an der Gerhard-Koch-Straße. Dort befinden sich viele öffentliche Parkplätze. „Wir haben jedes Mal gesehen, dass einige Kennzeichen bei den parkenden Autos gefehlt haben“, schrieb die Frau in dem sozialen Netzwerk, verbunden mit der Frage, ob jemand etwas beobachtet habe.

 

Zeugen haben sich daraufhin nicht gemeldet – aber zwei weitere Opfer. „Gleiche Parkplätze, gleiche Straftat“, kommentierte eine Frau. Und ein Mann berichtete: „Uns sind Nummernschilder im Februar/März an gleicher Stelle auch zwei Mal gestohlen worden, immer Donnerstagnacht auf Freitag.“ Am Telefon spricht dieser Mann gegenüber unserer Zeitung von einem „Affenaufwand sondergleichen“. Betroffen gewesen sei beide Male das Auto seines Partners; ein Firmenwagen mit auswärtigem Kennzeichen. Binnen vier Wochen habe zweimal das hintere Schild gefehlt. „Es ist schon ein gewisser finanzieller Schaden, aber es ist auf jeden Fall auch ärgerlich“, sagt der 56-Jährige. Jüngst habe sein Partner zudem an einem fremden Auto bemerkt, dass ein Kennzeichen nicht da gewesen sei, und die Polizei alarmiert. „Es ist immer die Gerhard-Koch-Straße“, betont der Mann. Mittlerweile ist das Paar auf diebstahlsichere Befestigungen umgestiegen.

Mehrere Anzeigen bei der Polizei

Bei der Polizei liegen in der Tat mehrere Anzeigen vor. Mitte Dezember 2020 und Anfang Februar sei jeweils ein Fall registriert worden, im März seien es zwei gewesen. „Drei Fälle ereigneten sich im Zeitraum vom 21. bis 29. Mai im Bereich der Gerhard-Koch-Straße und der näheren Umgebung“, teilt der Polizeisprecher Christian Wörner nach Rücksprache mit dem örtlichen Posten mit. Eine weitere Meldung datiert demnach von Anfang Mai. Dennoch ist der Polizist zurückhaltend, von einer Serie zu sprechen. Mitunter gingen Schilder auch während der Fahrt verloren, gibt er zu bedenken. Grundsätzlich sagt er: „Kennzeichen-Diebstähle haben wir überall.“

Was im Scharnhauser Park Sache ist, ist unterdessen völlig unklar. Die Ermittlungen dauerten in allen Fällen noch an, konkrete Hinweise lägen nicht vor, so Wörner. Tatsächlich können Ganoven mit Autoschildern durchaus etwas anfangen. „Entwendete Kennzeichen können bei verschiedenen Straftaten zum Einsatz kommen. Beispielsweise für Diebstahls- oder Betrugsdelikte wie Tankbetrug oder ähnliches“, erklärt der Polizeisprecher.

Immer nur ein Kennzeichen fehlt

Da bei den im Mai gemeldeten Fällen jedoch immer nur eines der beiden Kennzeichen gefehlt habe, könne über die Motivation der unbekannten Täter lediglich spekuliert werden. Erkenntnisse, dass die betreffenden Kennzeichen bereits zur Begehung anderer Straftaten verwendet wurden, lägen derzeit nicht vor. „Dass es dabei um die TÜV-Plaketten gehen soll, erscheint eher unwahrscheinlich. Diese sind so beschaffen, dass sie sich in der Regel kaum zerstörungsfrei ablösen lassen“, sagt Wörner.

Im Scharnhauser Park ist die Verunsicherung jedenfalls groß. Mehrere Anwohner berichten gegenüber unserer Zeitung, dass sie bereits von den Vorgängen in ihrer Nachbarschaft gehört haben. Eine 39-jährige Frau betont, dass sie ihren VW mittlerweile aus Angst vor Kennzeichendieben bewusst anderswo parkt. Ihrer direkten Nachbarin sei das Kennzeichen bereits im Oktober abhandengekommen. „Das ist auf Dauer ein teures Problem“, sagt sie. Vor allem ist das Ganze lästig. Denn zum einen stellt der Polizist Christian Wörner klar: „Das Auto dürfen Sie nicht mehr bewegen.“ Außerdem könne man, wenn ein Kennzeichen fehlt, nicht einfach ein zweites nachbestellen. Vielmehr verfalle die Buchstaben-Zahlen-Kombination dann. Sprich: Man brauche komplett neue Nummernschilder.

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