Der eigentliche König daheim hat vier Pfoten. Billy King hat sein Herrchen Harald Glööckler im Dschungelcamp zu Tränen gerührt. Dieter Schroth verrät unserer Redaktion, wie es zu dem Brief kam und warum sein Mann nicht Dschungelkönig werden müsse.

Lokales: Uwe Bogen (ubo)

Stuttgart - Schaut Billy King seinem Herrchen im Dschungelcamp zu? „Aber nein“, antwortet Dieter Schroth, der Ehemann von Harald Glööckler, „um diese Zeit schläft Billy King doch schon.“ Das Hundchen hat den Modedesigner vor einem Millionenpublikum an dessen empfindlichster Stelle getroffen. Die Tränen waren nicht mehr zu stoppen. Billy King ist ein Papillon, zehn Jahre alt. Die Rasse heißt so, weil die Ohren einem Schmetterling ähneln. Gegenüber unserer Redaktion hat Schroth am Freitag unterstrichen, wie wichtig der Liebling („Unser ein und alles!“) den beiden ist.

Billy King schläft bei Harald Glööckler im Bett

„Normalerweise schläft Billy immer bei Harald im Bett“, erzählt der 73-Jährige und verrät: „Wir schlafen nebeneinander jeder in seinem Schlafzimmer, da ich bei komplett offenen Fenstern schlafe und Harald das Gegenteil, was für Billy besser ist.“ Dass Billy „Briefe schreibt“, ist nicht neu. „Diese Praxis stammt aus unserer Berliner Zeit, in der wir Termine in aller Welt hatten“, sagt Dieter Schroth, „Billy war in dieser Zeit immer bei seinen Züchtern, wo auch seine ganze Hundefamilie lebte.“ Jeden Abend habe der Züchter den beiden eine Mail mit den Fotos des Tages vom Hundchen geschickt – „egal, wo wir gerade gearbeitet haben, ob Tokio, Bangkok, LA, New York, Rom , London oder Paris.“ Der Tag war in Ordnung, wenn abends Post von Billy King kam.

„Das PR-Aufkommen ist jetzt schon exorbitant“

Deshalb ist Dieter Schroth auf die Idee gekommen, nicht selbst einen Brief an seinen Ehemann ins Camp zu schicken, sondern seine Liebe über den Hund zu erklären. Darin heißt es: „Mach bitte weiter. Bewahre vor allem deine Ruhe und deine Vernunft. Hier zu Hause ist alles ok. Aber du fehlst mir natürlich, denn wir beide sind ja eins geworden.“

Dass der frühere Stuttgarter Harald Glööckler als Dschungelkönig nach Hause kommt, „ist uns gar nicht wichtig“, sagt Dieter Schroth für sich und Billy King: „Hundeliebe ist uns wichtiger als die Dschungelkrone.“ Die Chance auf den Gewinn stünden ohnehin nur fünfzig zu fünfzig. „Harald muss nicht gewinnen“, unterstreicht sein Mann, „denn er hat schon gewonnen.“ Das „PR-Aufkommen“ sei jetzt schon „exorbitant“, berichtet er, „das war eines unserer Ziele.“

„Public Viewing“ in Stuttgart beim Camp-Finale

Dass sich Glööckler als Pescetarier (er isst kein Fleisch, nur Fisch) geweigert habe, sich in altes Fleisch zu legen, sei genau richtig gewesen, heißt es bei seinen alten Stuttgarter Freunden. RTL sei mit dieser Ekelprüfung zu weit gegangen. Die Wirtin Laura Halding-Hoppenheit, über die Dieter Schroth sagt, sie sei „das Beste, was uns in Stuttgart hat passieren können“, wird mit Freunden das Finale, an dem vielleicht Harald Glööckler dabei ist, bei einem „Public Viewing“ in einem Lokal anschauen – und alle Daumen drücken für einen Paradiesvogel, der schon früh in Stuttgart mit seinem Anderssein für Akzeptanz und gegen Homophobie eingetreten ist. Harald Glööckler sei ein Wegbereiter für mehr Liberalität in Stuttgart gewesen.