Digitale Bildungsplattform „ella“ Gewirr an Zuständigkeiten

Die digitale Bildungsplattform „ella“ soll die Digitalisierung an den Schulen voranbringen. Foto: dpa
Die digitale Bildungsplattform „ella“ soll die Digitalisierung an den Schulen voranbringen. Foto: dpa

Das Drama um das Scheitern von Ella kann ein spannendes Nachspiel haben. Es zeichnen sich Differenzen zwischen Innenminister und Kultusministerin ab.

Landespolitik: Renate Allgöwer (ral)

Stuttgart - Das war ein schlechter Tag für die Digitalisierung der Schulen. Wann die Bildungscloud für Baden-Württemberg kommt, steht jetzt in den Sternen. Dass das Projekt, das als Leuchtturm der Digitalisierungsstrategie gedacht war, auf unbestimmte Zeit verschoben wird, ist auch ein herber Schlag für die grün-schwarze Koalition, die die Digitalisierung ganz oben auf ihre Agenda gesetzt hat. Dennoch ist es richtig, dass sich das Land vom Projektpartner Iteos trennt. Das Mammutvorhaben, das 1,3 Millionen Nutzern an den öffentlichen Schulen eine Plattform bieten soll, erscheint für den Dienstleister, der aus kommunalen Zweckverbänden hervorgegangen ist, eine Nummer zu groß.

Vieles war zu unklar im Bildungsausschuss

Doch Iteos trägt sicher nicht die alleinige Schuld am vorläufigen Scheitern von „Ella“. Im Bildungsausschuss offenbarte sich ein unsägliches Gewirr aus unklaren Vorgaben und Verantwortlichkeiten, zweifelhafter Vergabepraxis und mangelhafter Projektsteuerung. Dass sich Iteos und sein Auftraggeber BitBW, die zentrale IT-Agentur des Landes, gegenseitig den Schwarzen Peter zuschoben und mehrfach Aussage gegen Aussage stand, spricht Bände. Iteos mag der Sache nicht gewachsen gewesen sein, BitBW hat jedoch auch nicht überzeugt. Hier können noch interessante Differenzen zwischen Innenminister und Kultusministerin auftreten. Auch, ob sich die SPD an einem Untersuchungsausschuss beteiligt, ist eine spannende Frage.




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