Digitale Technik im Schienenknoten Stuttgart 200 Millionen für S-Bahnen und Regionalzüge

Verkehrsminister Andreas Scheuer verspricht Bahnfahrern mehr Pünktlichkeit dank der digitalen Schiene – auch im Knoten Stuttgart mit der S-Bahn. Foto: dpa/Christoph Soeder

Mit moderner Signaltechnik soll der S-Bahn- und Regionalzugverkehr pünktlicher und zuverlässiger werden. Dafür müssen auch die Schienenfahrzeuge neu ausgestattet werden. Und dafür gibt es jetzt Geld vom Bund.

Stuttgart - Jetzt hat auch der Bund das Signal auf grün gestellt: Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert die Ausrüstung von Schienenfahrzeugen mit digitaler Sicherungstechnik im Knoten Stuttgart mit bis zu 200 Millionen Euro. Der Zuschuss ist nun von der EU-Kommission beihilferechtlich geprüft und genehmigt worden, wie unsere Zeitung aus dem Verkehrsministerium in Berlin erfuhr. „Nicht nur die Schiene, auch die Zügen werden digital“, sagte dazu Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

 

„Bahnfahren wird zuverlässiger“

Im vergangenen Jahr hatten die Deutsche Bahn AG und der Bund vereinbart, im Rahmen des Zukunftsprojekts Digitale Schiene die Infrastruktur in der Metropolregion Stuttgart mit neuer digitaler Leit- und Sicherungstechnik und digitalen Stellwerken auszurüsten. Das Fördervolumen beträgt 462,5 Millionen Euro bis 2025. Dabei wird nun auch digitale Technik in Zügen gefördert. „Neben massiven Investitionen in die Schieneninfrastruktur im Digitalen Knoten Stuttgart fördern wir jetzt erstmals auch die digitale Sicherungstechnik in den Zügen – mit 200 Millionen Euro. So verknüpfen wir mobil und digital. Schon heute ist klar: Bahnfahrer sind dank der Digitalen Schiene künftig zuverlässiger, pünktlicher und noch klima- sowie umweltfreundlicher unterwegs“, sagte Minister Scheuer.

Auch S-Bahnen werden bezuschusst

Gefördert wird die Ausrüstung von Schienenfahrzeugen mit Systemen für die digitale Zugsicherung und den automatischen Betrieb, die im S-Bahn-, im Regionalverkehr und im Fernverkehr unterwegs sind und regelmäßig in Stuttgart halten. Pilotprojekte werden mit bis zu 90 Prozent, die Serienausstattung mit bis zu 50 Prozent bezuschusst. Bei dem Modellvorhaben sollen erste Erfahrungen und Standards im Regionalverkehr mit der modernen Signaltechnik ETCS gemacht werden. Die Umrüstungskosten von 119 Fahrzeugen werden auch von der EU mit fast 17 Millionen Euro gefördert, wie das Landesverkehrsministerium in dieser Woche mitteilte. Die übrigen Kosten tragen die Verkehrsunternehmen, die auch die Zuschussanträge beim Eisenbahnbundesamt stellen müssen. Der digitale Betrieb soll zusammen mit Stuttgart 21 im Dezember 2025 starten. Die Umrüstung der Regionalzüge und S-Bahnen ist dabei ein wesentlicher Teil, weil Fahrzeug und Strecke bei ETCS ständig über Funk Daten austauschen. Zudem wird dadurch ein automatisierter Fahrbetrieb mit einem Zugführer möglich.

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