Die rund 800 Lehrkräfte in Esslingen müssen mit Beginn der Sommerferien ihre Tablets doch nicht zurückgeben. 2021 hatte die Landesregierung den Gemeinden und Städten Bundesmittel zur Verfügung gestellt, um Lehrerinnen und Lehrer mit Geräten zu versorgen. Spätestens ab diesem Jahr sollte es zwischen den Schulträgern und dem Land eine neue Festlegung geben, wie Support und Neubeschaffung aufgeteilt werden. „Eine solche Regelung gibt es Stand heute nicht. Die Landesregierung hat sich geweigert, ab dem Jahr 2023 dafür weitere Mittel in den Haushalt einzustellen“, heißt es in einem am Montag verschickten Brief. In dem informieren Esslingens Erster Bürgermeister Ingo Rust, der auch für Digitalisierung zuständig ist, und Sozialbürgermeister Yalcin Bayraktar ihre Schulen darüber, dass die Stadt keine Reparaturen, Ersatzbeschaffungen und keine Wartung für Lehrergeräte leistet. Aber um den digitalen Fortschritt nicht zu gefährden, werde Esslingen die Kosten für „das Mobile-Device-Management übernehmen und die Geräte am Schulnetz belassen“. Im letzten Jahr hatte Esslingen über die Region hinaus mit der Drohung Schlagzeilen gemacht, die Lehrer-Tablets einzusammeln, sollte das Land sich nicht bewegen.
Die Anschaffung der 758 iPads sei 2021 ein „enormer Kraftakt“ für die Stadt gewesen. Auf Dauer sei das ohne Hilfe nicht zu leisten, heißt es in dem Schreiben, zumal die Stadt die Landesregierung als Dienstherr in der Pflicht sieht. Esslingen habe mit der Umsetzung des Medienentwicklungsplans 3.0 viel in die Ausstattung der Schulen investiert. Das sei eine kommunale Aufgabe, „der wir gerne und mit viel persönlichem und finanziellem Einsatz nachkommen“.