Digitalisierung beeinflusst Umwelt Bitcoins fressen viel Strom

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Dass Online-Päckchen das Geschäft der Kurierdienste boomen lassen, ist täglich auf den Straßen zu sehen. Aber wer weiß schon, dass das Erzeugen der Kryptowährung Bitcoin mehr Strom frisst als ganz Dänemark verbraucht. Die Bundesbürger sehen Politik und Wirtschaft am Zuge.

Die Kryptowährung Bitcoin ist ein wahrer Stromfresser. Foto: AFP
Die Kryptowährung Bitcoin ist ein wahrer Stromfresser. Foto: AFP

Stuttgart - Die Digitalisierung wirkt sich unmittelbar auf die Umwelt aus, doch der Mehrheit der Bundesbürger ist das gar nicht bewusst. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Forsa Politik- und Sozialforschung im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Dabei geht es nicht nur um Online-Pakete, die die Geschäfte der Kurierdienste boomen lassen. „Dass allein das Erzeugen der digitalen Nischenwährung Bitcoin in diesem Jahr mehr Energie als ganz Dänemark verbrauchte, ist inakzeptabel“, kommentierte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde die Ergebnisse der Umfrage, an der 1023 Bundesbürger ab 14 Jahren teilgenommen haben.

Demnach glauben nur 42 Prozent der Befragten, dass sie durch eigenes umweltfreundliches Verhalten größere Auswirkungen für die Umwelt erzielen können. Dagegen halten es 92 Prozent für wichtig, dass Politik, Unternehmen und Gesellschaft sich künftig stärker mit den möglichen Folgen der Digitalisierung für die Umwelt beschäftigen. Drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass Hersteller und Anbieter die Verantwortung tragen, dass bei neuen Produkten und Entwicklungen die Folgen für die Umwelt berücksichtigt werden. „Für das Umsetzen umweltfreundlicher Produkte und Dienstleistungen braucht es einen ­klareren staatlichen Ordnungsrahmen“, fordert Bonde, der zuvor Landwirtschaftsminister in Baden-Württemberg war.

Die Politik ist zuständig

Dass die Bundesbürger nur unzureichend über die Umweltfolgen der Digitalisierung informiert sind, liegt auch an der Kommunikation der Anbieter. Bonde: „Bei digitalen Produkten fällt nur der kleinere Teil des Energieverbrauchs am heimischen Computer an. Wie viel, wo und welche Energie digitale Angebote, etwa eine Online-Suchanfrage oder das Video-Streamen, verbrauchen, das kann man heute nur in den allerwenigsten Fällen überhaupt erfahren oder gar selbst beeinflussen.“ Bonde fordert, dass sich die Politik parteiübergreifend mit dem Thema beschäftigt.