Digitalisierung im Rathaus Esslingen Stadt will mit neuem Amt für Zukunft gewappnet sein

Die Digitalisierung bekommt in Esslingen ein eigenes Amt. Foto: Roberto Bulgrin

Esslingen hat ein neues Amt für Digitalisierung, IT und Organisation eingerichtet. Die Stadtverwaltung hofft, damit in Zeiten des rasanten technologischen Fortschritts gut aufgestellt zu sein. Es gibt aber auch Kritik.

Die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen – auch in öffentlichen Verwaltungen. In Esslingen hat man im Jahr 2019 eigens eine Stabstelle Digitalisierung eingeführt, die das Thema verstärkt vorantreiben sollte. Nun folgt der nächste Schritt: Seit Jahresbeginn gibt es ein Amt für Digitalisierung in Esslingen. Dieses soll angesichts des rasanten technologischen Fortschritts und der wachsenden Bedeutung der IT als schlagkräftige Einheit in diesem Bereich dienen.

 

In dem neuen Amt werden drei Organisationseinheiten zusammengefasst, die sich schon bislang hauptsächlich mit der Digitalisierung befasst haben, nämlich die Abteilung IT der städtischen Tochter SGE (Städtische Gebäude Esslingen), die Stabstelle Digitalisierung sowie Teile der Abteilung Organisation des Personalamts. „Es geht um das Thema, wie wir eine Stadtverwaltung der Zukunft entwickeln“, kommentiert Oberbürgermeister Matthias Klopfer die Umstrukturierung. Denn: „Die Digitalisierung wird die Stadtverwaltung prägen.“

Schlagkräftige Einheit für Digitalisierung in Esslingen

Im Rathaus führt man drei Hauptgründe für die Neuordnung an: Zum einen habe man die Stabsstelle Digitalisierung von Anfang an nur als zeitlich befristet konzipiert und stets vorgehabt, das Thema Digitalisierung anschließend wieder in die sogenannte Linienorganisation der Stadtverwaltung einzugliedern. Zweitens hätten die drei Organisationseinheiten, die man nun im Amt für Digitalisierung zusammengeführt habe, schon bislang bei allen Digitalisierungsprojekten eng zusammenarbeiten müssen, um erfolgreich zu sein. Die Zusammenführung zu einer Einheit reduziere nun Schnittstellen und beschleunige Abstimmungsprozesse.

Und drittens werde die Digitalisierung eine Daueraufgabe der Verwaltung. Der technologische Fortschritt und die wachsende Abhängigkeit der Verwaltung von der IT machten eine schlagkräftige und auf dem neuesten Stand der Technik agierende Einheit für Digitalisierung, IT und Organisation zwingend notwendig. Folgerichtig heißt die neue Einheit offiziell auch „Amt für Digitalisierung, Organisation und IT“ und wird im Finanzdezernat unter dem Ersten Bürgermeister Ingo Rust angesiedelt. Das Amt bündle die nötigen Kompetenzen, um zukünftige Herausforderungen proaktiv angehen zu können, heißt es aus dem Rathaus.

Servicegedanke soll bei Digitalisierung in Esslingen im Fokus stehen

Konkret will die Stadt im Zuge der Digitalisierung nach eigenen Angaben vor allem den Service- und Dienstleistungsgedanken in den Mittelpunkt stellen. Digitale und effiziente Serviceleistungen sollten Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Unternehmen zeit- und ortsunabhängig zur Verfügung gestellt werden. Zudem solle die Verwaltungsarbeit durch den Einsatz mobiler Technologien effektiver und effizienter gestaltet werden.

Bei der Digitalisierung in der Esslinger Stadtverwaltung soll vor allem der Servicegedanke im Mittelpunkt stehen. Foto: Roberto Bulgrin

Diese Ziele wurden im jüngsten Verwaltungsausschuss durchaus begrüßt. Gleichwohl wurde auch Kritik an dem neuen Amt laut. So störten sich etwa die Freien Wähler daran, nicht früher und umfassender über das Vorhaben informiert worden zu sein. Auch die Integration von Teilen der Organisationsentwicklung sehe man kritisch, erklärte die Fraktionschefin Annette Silberhorn-Hemminger: „Da geht es auch um Menschen, deshalb gehört für uns die Organisationsentwicklung ins Personalamt.“

Ähnlich sah man es bei der CDU-Fraktion. Und Martin Auerbach, Fraktionschef der Linken, betonte: „In Zeiten, in denen die Finanzen knapper werden, sehen wir die IT als Querschnittsthema eher in einer Stabstelle.“ Doch trotz der Kritikpunkte wurde der Einrichtung des neuen Amtes schließlich mehrheitlich zugestimmt.

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