Digitalisierung in Stuttgart Schulen fordern zeitgemäße IT-Ausstattung

Von  

Tablet-PC oder Kreidetafel? Das ist an Stuttgarter Schulen Glückssache. Vorbildschulen wie das Schickhardt-Gymnasium, das in jedem Klassenzimmer einen Internetzugang hat und wo Schüler und Lehrer mit Tablets arbeiten, sind noch die Ausnahme.

Der Einsatz von Tablets, wie er am Schickhardt-Gymnasium erfolgt,  gehört in vielen Stuttgarter Schulen längst noch nicht  zum  Unterrichtsalltag. Foto: Chriatian Hass
Der Einsatz von Tablets, wie er am Schickhardt-Gymnasium erfolgt, gehört in vielen Stuttgarter Schulen längst noch nicht zum Unterrichtsalltag. Foto: Chriatian Hass

Stuttgart - Tablet-PC oder Kreidetafel? Das ist an Stuttgarter Schulen Glückssache. Vorbildschulen wie das Schickhardt-Gymnasium, das bereits in jedem Klassenzimmer einen Internetzugang hat und wo Schüler und Lehrer mit Tablets arbeiten, sind noch die Ausnahme. Nur 40 von 168 Schulen sind bisher voll vernetzt. Mit Verweis auf die Erfüllung der Bildungspläne verlangen die Geschäftsführenden Schulleiter aller Schularten einen raschen Ausbau und eine Vernetzung aller Schulgebäude mit schnellem Internet. Nur so könne Stuttgart als Landeshauptstadt in Sachen Bildung wettbewerbsfähig bleiben.

Schulen wollen Grundsatzbeschluss

„Wir würden uns wünschen, dass es in allen Schularten Projekte mit Tablets gibt, und wir wünschen uns einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats“, erklärte Barbara Graf, die Geschäftsführende Schulleiterin der Stuttgarter Gymnasien, jüngst im Schulbeirat. Ein solcher Beschluss solle aufzeigen, in welchen Schritten die Ausstattung nachgebessert werde. „Und wir bitten dringend um die Aufnahme eines Haushaltstitels, der die Beschleunigung der Digitalisierung an den Schulen ermöglicht.“ Denn eine gute Medienbildung sei „eine wichtige Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und um die soziale Schere zu schließen“, sagte Graf. Das betreffe alle Schulen: Grund-, Werkreal-, Gemeinschafts-, Realschulen, Gymnasien und berufliche Schulen.

Graf: Unterschiede sind eklatant

Denn die Unterschiede in der IT-Ausstattung der Schulen seien eklatant, kritisiert Graf: „Bei sanierten Schulen ist sie hervorragend, andere Schulen haben eine Standardausstattung – ohne Wlan und ohne PCs in jedem Klassenzimmer.“ Das sei nicht im Sinne der Chancengleichheit. Und es mache einen mediengestützten Unterricht schwierig. Dabei sei gerade dieser bei der zunehmenden Zahl an Migranten und Flüchtlingen und beim Umgang mit heterogenen Lerngruppen unabdingbar. Denn nicht alle Kinder lernten zur gleichen Zeit das Gleiche im gleichen Tempo.

Schulbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) erklärte, die Vernetzung und Digitalisierung der Schulen werde vor allem im Rahmen von Sanierungen umgesetzt und schlage da mit rund 400 000 Euro pro Schule zu Buche. Wenn Schulen ohne Sanierung digitalisiert würden, würde dies rund 700 000 Euro pro Schule kosten. Die Bürgermeisterin verwies auf den Bildungsetat – „an dem wird sich nichts ändern“. Und sie erklärte: „Wir werden aufgrund der Gesamtschau keinen beschleunigten Ausbau vornehmen können.“

Benjamin Lauber (Grüne) merkte an, „Steinzeitschulen“ und moderne Schulen, das gehe nicht, und er sprach sich für einen Grundsatzbeschluss aus. Auch SPD-Fraktionschef Martin Körner sprach sich zwar für „gewisse Standards“ und einen Grundsatzbeschluss aus, relativierte dies im Blick auf die anstehenden Haushaltsplanberatungen aber wieder: „Bei der Umsetzung müssen wir uns ehrlich machen.“

Sonderthemen



Unsere Empfehlung für Sie