Dillmann-Gymnasium Das Ende einer Pechsträhne

Von Kathrin Thimme 

Nach dreieinhalb Jahren Sperrung und Bauzeit ist die Turnhalle am Dillmann-Gymnasium wieder geöffnet.

Der Bewegungsdrang der Schüler ist groß – knapp vier Jahre hatten sie provisorischen Sportunterricht oder gar keinen. Foto: Achim Zweygarth
Der Bewegungsdrang der Schüler ist groß – knapp vier Jahre hatten sie provisorischen Sportunterricht oder gar keinen. Foto: Achim Zweygarth

S-West - Das Dillmann-Gymnasium hat gut dreieinhalb Jahre hinter sich, von denen der Schulleiter Manfred Birk gelegentlich den Eindruck hatte, der tragische Held Sisyphos persönlich sei in die Schule eingezogen. „Wenn ein Loch gestopft war, kam das nächste“, sagt Manfred Birk. Mit der Nacht zum 2. Dezember 2008, in der es durch das beschädigte Dach in die Turnhalle geregnet hatte, begann eine Pechsträhne, die von der Schule viel Geduld und Erfindungsreichtum abverlangte.

„Wir haben in der Aula, in den Klassenzimmern und trotz des Winters auch draußen Sportunterricht gemacht“, so Birk. Schüler und Lehrer fuhren mit der Bahn zu anderen Sporthallen und wenn gar nichts mehr ging, lernten sie Englisch statt zu sporteln oder besuchten das Schwimmbad. „Wir hatten so viel Schwimmunterricht, dass uns fast Schwimmhäute gewachsen sind“, erzählt Birk.

4,85 Millionen Euro hat die Stadt bisher investiert

So lustig die rückblickenden Erzählungen des Rektors bei der offiziellen Einweihung der Turnhalle am Freitag auch klangen, sind doch alle Beteiligten erleichtert, dass die Sanierung beendet ist. Denn als nach der Turnhalle auch der Putz von der Fassade des Schulhauses bröckelte und Zäune Lehrer wie Schüler vor herunterfallenden Gipsklumpen schützen mussten, hatte der Spaß endgültig ein Ende.

Die Stadt hat mittlerweile 4,85 Millionen Euro in die Bauarbeiten am Dillmann-Gymnasium investiert. Baulärm und Schmutz werden Lehrer und Schüler auch weiterhin begleiten, denn weitere 1,7 Millionen Euro stehen bereit für die Sanierung der Fassade zur Forststraße hin sowie für die restlichen Toiletten. Viel Geld, das laut der Bildungsbürgermeisterin Susanne Eisenmann aber gut investiert sei, schließlich gehe es um Bildung und die Zukunft der Kinder.

„Schulen sind mehr als Gebäude, die kurz vor dem Zusammenbruch stehen“, so Eisenmann. Deshalb werde die Stadt weiter ihre momentan größte Aufgabe, nämlich die Schulsanierungen, stemmen. Insgesamt stehen hierfür auf sechs Jahre verteilt 400 Millionen Euro zur Verfügung.

Dillmann-Stiftung schenkt der Stadt ein Lehrerhaus

Die offizielle Einweihung der sanierten Turnhalle, die für die Schule schon seit Pfingsten wieder nutzbar ist, ist aber nicht der einzige Grund zur Freude gewesen. Die Dillmann-Stiftung, 2004 von ehemaligen Schülern gegründet, hat für 200 000 Euro die alte Hausmeister-Wohnung in ein Lehrerhaus umbauen lassen und dieses beim Festakt an die Bürgermeisterin übergeben. „Das Lehrerhaus ist in der Schullandschaft einmalig“, so Eisenmann. In der Vergangenheit durfte sich die Bildungsbürgermeisterin schon einmal über das Engagement der Stiftung freuen. Die 2007 neu eröffnete Aula war ebenfalls mit deren Geld finanziert worden.

Und auch die Schüler sind nicht leer ausgegangen. An der Rückseite der Turnhalle gibt es neuerdings eine Graffitiwand. Dort können sich die Schüler unter professioneller Anleitung kreativ austoben. Gleichzeitig soll damit verhindert werden, dass illegale Schmierereien das denkmalgeschützte Gebäude verschandeln, wie es früher der Fall gewesen ist.

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