Die Konzentration des Umweltgifts Dioxin scheint zu gering zu sein, um die Gesundheit zu beeinträchtigen.
Die langfristige Wirkung auf den menschlichen Körper ist schwieriger zu beurteilen. Im Tierversuch hat sich die Stoffklasse der Dioxine – davon gibt es etwa 200 Varianten – als krebserregend erwiesen. Das Gift hemmt zudem den Zellstoffwechsel. Auch das Nerven- und Immunsystem sowie der Hormonhaushalt nehmen Schaden. Eine Dioxinvergiftung erkennt man an der charakteristischen Hautentzündung, der sogenannten Chlorakne. Allerdings reagieren verschiedene Tierarten ganz unterschiedlich auf Dioxine: So unterscheiden sich die tödlichen Konzentrationen, bei denen die Hälfte der Versuchstiere stirbt, beispielsweise zwischen Maus und Hamster um mehr als das Tausendfache.
Auch Menschen scheinen unterschiedlich stark auf die Gifte zu reagieren. Doch gibt es nur wenig gut dokumentierte Fälle einer Dioxinvergiftung. Dazu gehört etwa der ehemalige ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko, der einen Giftanschlag 2004 nur knapp überlebte. In seinem Blut wurde eine 50.000-fach erhöhte Dioxinkonzentration gemessen. Die Fotos des durch die für die Vergiftung typische Chlorakne entstellten Gesichts des ehemals gut aussehenden Mannes gingen um die Welt.
Generell müssen Verbraucher, erklärt Thier-Kundke vom BfR, immer mit geringen Mengen Dioxin rechnen. Auch auf pflanzlichen Produkten kann sich ein Hauch dieser Substanzen ablagern. 95 Prozent aller Dioxine nimmt man jedoch über Milch, Fleisch, fettreichen Fisch und Eier auf. Weil die Substanzen kaum abgebaut werden, halten sie sich auch in verarbeiteten Produkten lange. Da sich Dioxine im Fett ablagern, sind auch Lebensmittel mit hohem Fettgehalt besonders anfällig.