Lean Walter aus Pfahlbronn ist zehn Jahre alt und Mitglied im BMX-Landeskader. Der talentierte Nachwuchsfahrer hat den neuen Dirtpark in Alfdorf eingeweiht.

Lean Walter ist als Erster den Starthügel hinunter gefahren und mit einem lässigen „Bunny Hop“ über den ersten Erdbuckel gesprungen. Nach einer Solorunde des Zehnjährigen aus Pfahlbronn(Rems-Murr-Kreis), der Mitglied im BMX-Landeskader ist und vor wenigen Wochen bei den UCI BMX World Championships in Kopenhagen bester Deutscher in der Altersklasse „Boys 11“ war, durften dann alle in den Sattel steigen und den neuen Dirtpark in Alfdorf testen.

 

In Alfdorf hat am Wochenende Feststimmung geherrscht. Gefeiert wurde das Straßenfest und die offizielle Einweihung des neuen Dirtparks, der bereits seit Beginn der Sommerferien in Betrieb ist und eifrig befahren wird. Die Ehre der ersten Runden am Samstag gebührte jedoch Lean Walter. Der Nachwuchsfahrer, der im Alter von zwei Jahren mit dem Radfahren begann, seit fünf Jahren den BMX-Rennsport intensiv betreibt und für den BMX Racing TSF Welzheim startet, fand die Alfdorfer Anlage „sehr cool“.

Alfdorfs Bürgermeister Ronald Krötz freute sich über das Lob aus dem „Mund eines Profis“. Immerhin hat die Gemeinde insgesamt rund 40 000 Euro in das etwa 35 auf 55 Meter große Gelände hinter dem Kultur- und Sportzentrum und neben dem Beach-Feld investiert. „Dieser Platz ist nicht nur eine Sportanlage, es ist ein Treffpunkt, ein Ort für Bewegung, Kreativität und für Gemeinschaft“, sagte Krötz bei der kleinen Feier. Das Projekt Dirtpark habe gezeigt, was möglich ist, wenn man gemeinsam was anpackt. „Es steckt eine Menge Herzblut, Teamgeist und Willen dahinter.“

Viel Eigenleistung für den neuen Dirtpark

Die Hügel im Dirtpark müssen auch in Zukunft in Schuss gehalten werden. Foto: Eva Herschmann

Die neue Open-Air-Sportanlage entstand mit Beteiligung der Alfdorfer Jugend und ohne fremde Zuschüsse – dafür mit viel Eigenleistung von ehrenamtlich Engagierten unterschiedlichsten Alters. Und alle miteinander haben einen langen Atem und Durchhaltevermögen bewiesen.

Bereits im Winter 2021 begannen die Planungen – mit einem Workshop, den der Gemeinderat Sascha Kühne moderierte. Kinder und Jugendliche aus Alfdorf mit engagierten Erwachsenen sowie die frisch gegründete Rad- und Mountainbikegruppe „All Mountain“ des FC Alfdorf brachten ihre Ideen und der erfahrene Moto-Cross-Fahrer Marcus Müller aus Alfdorf seine Expertise ein. Gemeinsam konzipierten sie einen Dirtpark mit Pumptrack sowie kleineren und größeren Sprunghügeln für verschiedene Altersstufen und unterschiedliches Können.

Kommunen haben weniger Geld – Ehrenamt packt mit an

„Die Jungen wollten, dass das Gelände mit Erde modelliert wird, nicht mit Schotter“, sagte Sascha Köhne, der sich wie Marcus Müller und Georg Kolckmann für den Dirtpark stark gemacht und die Entstehung begleitet hat. Er sei in den 90er-Jahren aufgewachsen, erzählte Kühne. „Damals war finanziell fast alles möglich. Heute gibt es kein Geld mehr für Sonnenscheinprojekte, wie ich sie nenne. Also müssen wir selbst anpacken und kreative Lösungen finden, wenn wir für unsere Kinder was haben wollen.“ Und gerne hätten sie noch einen Container am Dirtpark, eine Feuerstelle sowie Werkzeuge und einen Platz, um zu reparieren.

Der Dirtpark sei in der Herstellung aufwendig gewesen, so Ronald Krötz, und erfordere weiterhin Einsatz, denn die Erdhügel müssten in Schuss gehalten werden – bei jedem Wetter. „So ein Dirtpark lebt, das ist Erde, da kommt Regen runter, da scheint die Sonne drauf, da verändert sich vieles, da muss man danach schauen.“ Dass die Mitglieder der Rad- und Mountainbikegruppe „All Mountain“ des FC Alfdorf, die bei der Eröffnungsfeier bewirteten, sich bereit erklärt haben, den Dirtpark zu betreuen, freut den Alfdorfer Verwaltungschef. Schließlich soll der Dirtpark ein Ort sein, „an dem sich die Jungen ausprobieren, Grenzen testen und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln können“.