Discounter macht zu Nicht mehr „zeitgemäß zu positionieren“ – Penny schließt in Affalterbach

Penny war der erste Discounter, der in Affalterbach eine Filiale eröffnet hatte. Foto: Werner Kuhnle)

Der Discounter gibt seine Filiale in Affalterbach (Kreis Ludwigsburg) im Dezember auf. Der ortsansässige Luxus-Autobauer AMG übernimmt auf dem Gelände das Ruder.

Im Ort wird schon seit mehreren Tagen getuschelt, dass die Ära des Penny-Markts in Affalterbach ihrem Ende entgegengehe. Sogar das genaue Datum machte bereits die Runde. Am 13. Dezember sollen sich die Pforten für immer schließen, wurde gemunkelt. Bei dem Discounter selbst hielt man sich zunächst bedeckt, was die Zukunft der Filiale anbelangt. Am Montagmorgen kam dann aber die offizielle Bestätigung. „Es trifft zu, dass der Penny-Markt in Affalterbach am 13. Dezember dieses Jahres schließt“, erklärte Andreas Krämer, Leiter Unternehmenskommunikation bei Penny.

 

Speziell für Stammkunden dürfte diese Nachricht ein kleiner Schock sein. Die Filiale in der Siemensstraße am Rande des Neubaugebiets „Im Näheren Grund“ ist fußläufig gut zu erreichen. Zudem war es der erste Discounter, der sich überhaupt im Ort angesiedelt hatte. Die Eröffnung wurde am 25. März 1999 gefeiert. Die Filiale hat also schon eine gewisse Tradition. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass in dem Gebäude früher noch mehr geboten war. Erst gingen jedoch die Rollläden bei der Metzgerei runter, anschließend auch bei einem Bäcker – sodass zuletzt lediglich der Discounter selbst die Fahnen hochhielt.

Aber das auf einer Fläche, die offenbar nicht mehr den heutigen Standards entspricht. „Unter anderem erlauben es Zuschnitt und Größe des Marktes nicht mehr, Penny dort mit Blick auf die Erwartung der Kund:innen zeitgemäß zu positionieren“, erklärt Andreas Krämer zu den Gründen für das Aus. Der Unternehmenssprecher hebt allerdings auch hervor, dass man grundsätzlich an einem Standort in Affalterbach interessiert sei. Jedoch müssten Größe und Lage den Anforderungen entsprechen. Das bedeute, dass man beispielsweise eine Mindestverkaufsfläche von 800 Quadratmetern benötige. Aktuell könne man das Sortiment auf nur 597 Quadratmetern feilbieten.

Der Affalterbacher Bürgermeister Steffen Döttinger bedauert es, dass Penny der Gemeinde den Rücken kehrt. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

„Ein solches Grundstück, wie Penny es sucht, haben wir aber leider nicht“, sagt Steffen Döttinger, der Affalterbacher Bürgermeister. Man habe auch bei Arealen vorgefühlt, die sich in privater Hand befinden. Daraus habe sich ebenfalls keine Lösung ergeben. Die Gemeinde habe ihre Fühler vor einiger Zeit ausgestreckt und für den Fall vorsorgen wollen, dass beim bisherigen Standort einmal die Lichter ausgehen sollten. „Von Penny selbst war und ist allerdings in der Sache niemand auf uns zugegangen. Wir haben generell seit Langem keinen Kontakt mit dem Unternehmen, wussten von Penny nichts von der anstehenden Schließung“, sagt der Bürgermeister.

Bürgermeister: „Sind trotzdem gut aufgestellt“

Döttinger bezeichnet es als „außerordentlich bedauerlich“, dass der Discounter die Filiale aufgibt. Glücklicherweise habe man mit Netto aber vor rund zehn Jahren noch einen zweiten Supermarkt ansiedeln können. Die Filiale an der Straße nach Winnenden sei vielleicht zu Fuß nicht ganz so gut wie Penny jetzt zu erreichen. „Doch wir haben ja auch ein Bürgerauto, das zweimal pro Woche unter anderem die beiden Supermärkte ansteuert“, betont der Rathauschef. Insgesamt sei man für eine Gemeinde mit rund 4400 Einwohnern auch mit nur noch einem Supermarkt gut aufgestellt.

Vielleicht könne man ja im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung des Gewerbegebiets an der Straße Richtung Winnenden einen Standort für einen weiteren Einkaufsmarkt freihalten. „Wir hatten vor einiger Zeit zum Beispiel auch eine Anfrage vom Drogeriemarkt Rossmann, aber kein passendes Grundstück dafür“, sagt Döttinger.

Gespannt sein darf man, was mit dem bisherigen Penny-Areal passiert. Eigentümer ist die angrenzende Mercedes-Tochter AMG. Und zwar schon seit mehr als zehn Jahren, wie Felix Siggemann aus der Kommunikationsabteilung der Edelkarossen-Schmiede erklärt. Derzeit würden „verschiedene Möglichkeiten für die künftige Nutzung des Areals sorgfältig geprüft“.

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