Gut möglich, dass der Wolf, der jetzt von den Jägern Martin Pfister und Walter Greff am 11. November fotografiert wurde, schon länger durchs Killertal streift: In den "sozialen Netzwerken" wird das Auftauchen des Isegrims heftig diskutiert.

Burladingen-Killer - Eine Facebook-Nutzerin bringt das vierbeinige Raubtier in Verbindung mit einem getöteten Reh. Das soll auf einem Waldweg auf Hausener Gemarkung gefunden worden sein – ohne Kopf und mit aufgerissenem Unterleib.

Die Mehrheit der Kommentatoren im Netz scheint sich über die Wolfssichtung zu freuen und ist sich einig: "Einfach in Ruhe lassen", heißt es da. Oder sie erinnern daran, wie viele Tierarten der Mensch und seine sogenannte Zivilisation schon verdrängt oder gar ausgerottet haben: Da sei positiv, wenn solche Tiere sich wieder ansiedeln.

Goldschakal, Husky oder Hund

Andere bezweifeln, dass das Tier auf dem Foto wirklich ein Wolf ist. Sie spekulieren darüber, es sei ein Goldschakal oder einfach ein streunender Schäferhund. Oder sie titulieren ihn bewusst ironisch als Husky.

Das Aufsehen ist jedenfalls groß: Beim Schnappschuss-Jäger Martin Pfister haben sich nach der Berichterstattung in unserer Zeitung inzwischen auch überregionale gemeldet und wollten Informationen sowie die begehrten Fotos.

Sein Jagdkamerad, der ehemalige Kreisjägermeister Walter Greff, kommentiert das eher mit Bedauern: "Dieses Riesentamtam kann nicht in unserem Sinne sein", sagt er. Die Sache mit dem Wolf habe eine Eigendynamik entwickelt, die aus dem Ruder laufe, findet Greff.

Das Thema läuft aus dem Ruder

Er bestätigt aber auch, den Wolf bereits im August einmal gesehen zu haben. "Da war ich mir schon sicher. Aber ich hatte halt keine Bestätigung. Das war ja mit ein Grund, warum wir die Kameras aufgestellt haben", sagt Greff.

Zwei Tage, nachdem die Kamera hing, am 11. November, ging der Wolf kurz nach 17 Uhr in die Fotofalle. Die Bilder leiteten Greff und Pfister erst ans Landratsamt und dann an die Forstliche Versuchsanstalt in Freiburg weiter.

Was den Wolf just an diese Stelle auf den Himberg zog, ist Greff, dem Altmeister des Jägerhandwerks, auch klar: Das Tier kam zum Luderplatz. Das ist in einem Revier jener Ort, an dem Jäger ihre Jagdabfälle zurücklassen. "Das ist wohl auch eher ein Stück Aas was er auf dem Foto da im Fang hält", vermutet Greff deshalb.

Von Spaziergängern und Schäfern gesichtet

"Einen Goldschakal habe ich jedenfalls noch keinen gesehen", kommentiert Josef Musler schmunzelnd. Der passionierte Jäger im Nachbarort Hausen sieht die Meinungsäußerungen im Netz gelassen.

Auch er bestätigt, dass Spaziergänger schon vor Wochen darüber berichteten, einen Wolf gesehen zu haben. Selbst einige Schäfer hätten ihm gemeldet, ein Wolf streife durchs Revier.

"Es gab aber bislang keine Bestätigung", betont Musler, der ebenfalls mehrere Kameras in seinem Revier aufgehängt hat. Bleibt also abzuwarten, ob und wann der Wolf in die nächste klickende Fotofalle tappt.