Diskussion über VVS-Preiserhöhung „Langsam echt eine Frechheit“

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Keiner mag Preiserhöhungen. Doch die neuen Fahrpreise im VVS werden im Netz heiß diskutiert. Viele Leser haben auch Ideen, was besser werden müsste. Ein Überblick.

Der VVS erhöht die Preise – und die StZ-Leser diskutieren intensiv darüber, ob das sein muss und was der Verkehrsverbund besser machen müsste. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Der VVS erhöht die Preise – und die StZ-Leser diskutieren intensiv darüber, ob das sein muss und was der Verkehrsverbund besser machen müsste. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Am Mittwoch haben Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) eine Preiserhöhung beschlossen. Dass die öffentlichen Verkehrsmittel in der Region Stuttgart teurer werden, kam nicht überraschend. Doch die Berichterstattung der Stuttgarter Zeitung hat Hunderte Leserkommentare evoziert – darunter auch vom VVS selbst.

Einige Kommentatoren äußern Verständnis für die Preiserhöhung. „Jedes Jahr steigen die Preise - bei VVS/SSB und überall anders. Und wenn eine Erhöhung um 10 Cent umgerechnet 8% sind, machen Medien und „Verbraucherschützer“ einen Skandal daraus“, schreibt Klaus Dessauer. Und weiter: „Dass Benzinpreise jeden Tag um 10% schwanken, auch ohne Krise in Nahost, wird stillschweigend hingenommen. Und wenn SL, 911, GTI etc. inzwischen die DM-Preise in Euro kosten, wird das auch hingenommen.“

„Einer der teuersten Verkehrsverbunde Deutschlands“

Die Mehrzahl der Leser lehnt die Preiserhöhung ab. Das verwundert nicht, doch werden die Meinungen unterschiedlich begründet.

Etliche Kommentatoren äußern ihren Frust über das Auseinanderfallen von Preis und Leistung. Besonders regelmäßige S-Bahn-Fahrer können demnach nur schwer einsehen, warum sie für den störanfälligen Service mehr bezahlen sollen. So schreibt Uwe Hennings auf der StZ-Website: „Der VVS ist einer der teuersten Verkehrsverbunde Deutschlands und auch noch der schlechteste, siehe z.B. S-Bahn Chaos. Im Rahmen von S21 werden noch weitere drastische Verschlechterungen- auch bei der SSB (Stichwort Staatsgalerie/Charlottenplatz)- für mindestens 2 Jahre kommen, sodass die Fahrpreiserhöhung aus meiner Sicht in keiner Weise legitimiert ist.“

 

VVS-Tickets werden zum 1. Januar 2016 teurer. Das findet ihr ... (bitte ergänzen).

Posted by stuttgarter-zeitung.de on  Wednesday, July 8, 2015


„ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich mit einer S-Bahn gefahren bin, die pünktlich unterwegs war“, klagt etwa Bettina Karin Wiesenhütter. Ihr Vorschlag: „Ausfallquote der Bahnen senken, höherer Einsatz von Bahnen (obwohl dies vermutlich zu noch höheren Preissteigerungen führen würde). Also bitte lieber VVS schaffe Verständnis für deine Kundschaft.“

In Saarbrücken ist’s noch schlimmer

„Die S-Bahn Stuttgart hatte 2014 das schlechteste Jahr bezüglich Pünktlichkeit. Bekommen Arbeitnehmer bei schlechter Leistung auch mehr Geld?“, fragt Harald Frank. Manuel Pecus findet, dass die Verbesserungen im VVS zu wenigen Kunden nützen als dass sie die Preiserhöhungen rechtfertigen würden: „Jede Preiserhöhung wird mit irgend nem Unsinn gerechtgefertigt, von dem ein Bruchteil profitiert. Oder profitiert man z. B. in Necklinsberg davon, dass in Stuttgart abends die Strambe bis 20 Uhr im 10-Minuten-Takt fährt?!“

Falls sich jemand danach besser fühlt: Werner Makary berichtet aus dem Saarland. Er schreibt: „Bei uns in Saarbrücken sind die Preise auch happig. Aber deshalb haben sie aus den Bussen die Klimaanlagen ausgebaut. Und zwar in jedem. Könnte ja Sprit kosten.“

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