Diskussion um Sporthallenneubau in Wernau Viel Porzellan zerschlagen

Eine neue Sporthalle ist für Wernau in weite Ferne gerückt.. Foto: Ralf Poller/Avanti

Die Wernauer Vereine haben beim Sporthallenneubau eine Niederlage erlitten. Sie geben aber nicht auf und das, obwohl nach Meinung unseres Autors zuletzt nicht immer fair mit ihnen umgegangen wurde.

Region: Andreas Pflüger (eas)

Ob es eine gute und zielführende Entscheidung war, die Planungsrate für eine neue Sporthalle in Wernau im städtischen Haushalt einzufrieren, wird sich noch zeigen. Schlecht war es in jedem Fall, wie das gemacht wurde: ohne Ankündigung und ohne Kommunikation mit den Sportvereinen, die sich bisher mächtig ins Zeug gelegt haben, um das Ihre dazu beizutragen, nach einer sinnvollen Lösung zu suchen.

 

Schlecht war es auch, in der Ratssitzung nochmals mit ollen Kamellen zu werfen und Vorwürfe zu platzieren, die nicht nur sehr weit hergeholt schienen, sondern auch dem Verantwortungsgefühl, das die Clubs immer wieder bewiesen haben, nicht gerecht wurden. Ob es in diesem Fall mit einem einfachen „Schwamm drüber“ getan ist, steht auf einem anderen Blatt. Fest steht hingegen, dass die Vereinsverantwortlichen dazu beitragen wollen, das zerbrochene Porzellan wieder zu kitten.

Charakterfeste Sportlerinnen und Sportler

Das ehrt sie, denn sie hätten auch anders reagieren können, getreu dem Motto: „Schnauze voll, macht euren Kram doch in Zukunft alleine!“ Doch offensichtlich passt das nicht zum Charakter von Sportlerinnen und Sportlern, die gelernt haben, auch nach heftigen Niederlagen wieder aufzustehen und einen neuerlichen Anlauf zu unternehmen, um am Ende einen Sieg einzufahren.

Und im Sport ist man es obendrein gewohnt, dass der Gegner manchmal foul spielt. Denn ein Foul war es allemal, in der Ratssitzung mit Zahlen zwischen acht und 13 Millionen Euro für den Hallenneubau zu hantieren, die bis jetzt noch nicht öffentlich und damit auch nicht nachvollziehbar sind.

Sportstätten sind nicht nur für Vereine wichtig

Zu kritisieren ist auch, dass in mehreren Haushaltsreden so getan wurde, als seien die schlechten finanziellen Aussichten von Wernau einfach so und über Nacht entstanden. Wer dem Kämmerer Michael Bauer in den vergangenen Jahren aufmerksam zugehört hat, hätte es besser wissen müssen.

Und noch eines: Die Vereine haben keine anderen städtischen Projekte in Frage gestellt wie etwa die Sanierung von Kindergärten, Schulen oder Altenheimen. Ganz im Gegenteil und wohlwissend, dass auch diese Einrichtungen ohne ein Angebot an Sport und Bewegung nicht auskommen werden.

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