Ditzingen Die Stadtbahnpläne werden konkreter
Der Plan für eine weitere Anbindung an das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs wird konkret. Eine Grundsatzfrage ist aber noch unbeantwortet.
Der Plan für eine weitere Anbindung an das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs wird konkret. Eine Grundsatzfrage ist aber noch unbeantwortet.
Wann fährt die Stadtbahn nach Ditzingen? Der Chefplaner der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB), Volker Christiani, hat die Entwurfsplanung in der jüngsten Sitzung des Ditzinger Gemeinderats vorgestellt – und den Zeitplan präzisiert. Demnach wird die Stadtbahn 2028 bis ins Gewerbegebiet fahren. Vorausgesetzt, die Stadt beteiligt sich maßgeblich an der Finanzierung. Noch vor der Sommerpause will die SSB eine Entscheidung über die Entwurfsplanung haben.
Was ist geplant? Eine neue Linie U 13 soll von Stuttgart-Weilimdorf über Stuttgart-Hausen nach Ditzingen führen. Zwei Stopps sind im Gewerbegebiet, etwa bei Trumpf und Thales geplant. Option ist eine Weiterführung bis zum Bahnhof – doch dieser Aspekt wird nachrangig behandelt. Die Landeshauptstadt ist zuständig für den Betrieb auf Stuttgarter Gemarkung, Ditzingen hat den Anteil auf eigener Gemarkung zu tragen. Über die Höhe der Kosten ist noch nicht öffentlich´diskutiert worden. Die Gesamtkosten für den neuen Betriebshof und die 4,8 Kilometer lange Trasse bis Ditzingen liegen bei 130 Millionen Euro.
Was ist der Anlass für die neue U 13? Auf der Suche nach einem Standort für ein neues Stadtbahn-Depot wurde eine Fläche in Stuttgart, direkt an der Markungsgrenze zu Ditzingen gefunden. Als Kompensation erhält Ditzingen den Bahnanschluss.
Was hat der Rat bisher debattiert? Die Stadträte nähern sich dem Thema wohlwollend. Oberbürgermeister Michael Makurath betonte, dass man das Projekt in seinem „Fortschritt nicht behindern“ wolle. Gleichwohl ist die entscheidende Frage noch nicht beantwortet: Was kostet die Stadtbahnanbindung – und: wie wird sie finanziert? Die Erweiterung des Öffentlichen Personennahverkehrs ist im Ditzinger Etat 2024 nicht enthalten. Makurath lässt dennoch keinen Zweifel daran, was er von dem Plan hält. „Das sind Projekte, die die Stadt nach vorne bringen können“, sagte er anlässlich der Etatberatungen Ende vergangenen Jahres. In der jüngsten Sitzung wurde deutlich, wo die Räte im Zweifel Einsparpotenzial sehen.
Was könnte diskutiert werden? Die Nachfragen auf die Ausführungen von Volker Christiani im Gemeinderat zeigten auf, was Diskussionspotenzial birgt. Die Grünen-Rätin Doris Renninger fragte nach, ob nicht mit einem „geringeren Standard“ geplant werden könne. Zugrunde gelegt sei der „Stuttgarter Standard“, so Renninger, der einen Zehn-Minuten Takt vorsieht. Außerdem wird die Strecke zweigleisig gebaut. Die Grünen hinterfragten beide Aspekte. Sie fragten nach der Möglichkeit eines eingleisigen Baus – was Chefplaner Volker Christiani ausschloss. Aus betriebstechnischen Gründen müsse zweigleisig gebaut werden.
Der weiteren Überlegung zeigte sich der Chefplaner grundsätzlich offener: Eine andere Taktung bis Ditzingen „wäre prinzipiell möglich“. Renninger hatte angemerkt, dass die Taktung – an sieben Tagen in der Woche alle zehn Minuten ins Gewerbegebiet – „ungewöhnlich“ sei. Wolfgang Gommel (CDU) reagierte prompt. Er äußerte sogleich Zweifel an einer Reduktion des Taktes: „Ich glaube nicht, dass die Mehrheit eine Verschlechterung des Taktes wünscht.“ Geäußerte Zweifel, dass die Umsetzung der Pläne am Flächenerwerb scheitern könnte, zerstreute Christiani mit dem Hinweis auf eine mögliche Enteignung. Auch eine mangelnde Auslastung aufgrund von Homeoffice-Regelungen befürchtet er nicht: „Wir sind bei 90 bis 95 Prozent der Vor -Corona-Fahrgastzahlen“ .