Ditzingen: Friedhöfe im Wandel Würdevolle Beisetzung auch für kleinste Sternenkinder

Friedhöfe wandeln sich auch in Ditzingen. Foto: Simon Granville

Wie wandelt sich der Friedhof, wenn es nicht nur mehr Urnenbeisetzungen gibt, sondern er immer mehr zur grünen Oase wird? Ditzingen denkt über Friedhöfe der Zukunft nach.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

Wenn eine werdende Mama ihr ungeborenes Kind verliert, ist das emotional belastend – umso mehr, wenn das Ungeborene nicht beerdigt wird, weil es das Gesetz nicht vorsieht: Für tot geborene Kinder, die unter 500 Gramm wiegen, besteht in Deutschland rechtlich keine Bestattungspflicht. In Ditzingen könnte es dennoch in absehbarer Zeit die Möglichkeit geben, diese Kinder in Würde beizusetzen – und Eltern damit eine Erinnerungsstätte zu schaffen.

 

Die Diskussion darüber hat jetzt erst begonnen. Die Verwaltung stellte dem Gemeinderat die Fortschreibung der Friedhofskonzeption vor. Sie fußt auf den Beschlüssen aus dem Jahr 2017, doch „die damals getroffenen Annahmen sind durch den Wandel der Bestattungskultur nicht vollumfänglich eingetreten“, teilte die Verwaltung mit. „So hat die Nachfrage nach Urnenbestattungen, insbesondere die Bestattung unter Bäumen, überproportional zugenommen. Daher würden bereits Flächen, die für Erdbestattungen vorgesehen waren, für Urnengräber genutzt.

Die Gräber von Kindern sollen sichtbarer werden

Doch nicht nur der seit Langem zu beobachtende Trend von der Erd- zur Urnenbestattung verändert die Friedhöfe, auch die Diskussion in der Gesellschaft trägt zur Veränderung bei: Die Verwaltung ist der Auffassung, dass „die Lage sowie die Erreichbarkeit“ von bestehenden Kindergräbern zumindest teilweise „verbesserungswürdig“ sei. Diese sollten deshalb entsprechend erschlossen und optisch in den Friedhof eingebunden werden. In diesem Zusammenhang schlug die Verwaltung vor, die Föten in unmittelbarer Nähe der Gedenkstätte für Frühgeborene fortan „mit Würde zu bestatten“.

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