Ein achtjähriges Mädchen wird in der Scheune eines landwirtschaftlichen Anwesens von einem Radlader überrollt. Am Steuer des landwirtschaftlichen Arbeitsfahrzeugs saß der Vater.

Freitagnachmittag auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Ditzingen, Heuarbeiten in der Scheune. Der Vater fährt den Radlader, seine achtjährige Tochter sitzt bei ihm im Führerhaus. Vermutlich beim Rückwärtsfahren rutscht das Mädchen unbemerkt vom Sitz, stürzt aus der Fahrerkabine zu Boden und wird von dem Radlader überrollt. Der Rettungshubschrauber ist im Einsatz, trotz Reanimation erliegt das Kind noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen. Zur Klärung des Unfallgeschehens hat die Staatsanwaltschaft einen Gutachter hinzugezogen.

Notfallseelsorger im Einsatz

Nach dem Einsatz wurden dem Vernehmen nach sowohl die Angehörigen als auch die Einsatzkräfte von Notfallseelsorgern betreut. Kreisweit seien die speziell ausgebildeten und zur Verschwiegenheit verpflichteten Notfallseelsorger jährlich zehn bis 15 Mal nach besonders belastenden Einsätzen allein für Notärzte, Sanitäter oder Feuerwehrleute im Einsatz, sagt Martin Weigl. Der Pfarrer aus Erdmannhausen ist der Koordinator dieser psychosozialen Notfallversorgung im Landkreis Ludwigsburg. Insgesamt – etwa zur Betreuung Angehöriger – würden sie im Jahr 220 Mal alarmiert. Die Zahlen seien „seit Jahren konstant“. Landesweit – den Regierungsbezirk Freiburg ausgenommen – registrierte das Deutsche Rote Kreuz im Jahr 2021 nach eigenen Angaben knapp 1200 Einsätze zur Unterstützung Betroffener.

Der Notfallseelsorger habe in diesem Moment vor allem eine Aufgabe, nämlich die Situation, die Stille mit dem Betroffenen auszuhalten – noch „bevor man etwas sagt“, sagt Weigl, „Da ist jemand an meiner Seite, der für mich da ist“ – dieses Gefühl werde als entlastend und hilfreich erlebt, gibt er die ihm zufolge häufigen Rückmeldungen von Betroffenen wider. Die Notfallseelsorge sei für alle da, sagt Weigl, unabhängig der Konfession. Ihre Aufgabe sei es, zu vermitteln, dass es in der Trauer keine falsche Reaktion gebe. Begleiten, Dasein, Sicherheit vermitteln sei das Gebot der Stunde. „Man kann nichts Tröstliches sagen in einer Situation, in der es einen zu zerreißen droht.“ Alarmiert wird die Notfallseelsorge von den Einsatzkräften, von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst.

Tragische Unfälle in der Region

Laut der jüngsten Unfallstatistik der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau stieg die Zahl der tödlichen Unfälle im Jahr 2021 bundesweit auf 125 Fälle – ein Anstieg um gut zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Unfälle insgesamt war um rund vier Prozent auf rund 61 600 Unfälle zurückgegangen.

Immer wieder sind sowohl landwirtschaftliche Fahrzeuge als auch Anwesen Ort dramatisch verlaufender Unfälle. Im Jahr 2014 war ein Zwölfjähriger in Neuhausen auf den Fildern beim Spielen in einer Maisanlieferungsanlage verunglückt. Der Junge war in einer Halle des Bauernhofs beim Spielen auf einem Maisberg versunken und erstickt. Zwar konnte das bewusstlose Kind von Bediensteten und Angehörigen gerettet und von einem Notarzt reanimiert werden, doch starb es später an den Folgen des Unfalls.

Ein tragisches Unglück hatte sich im Jahr 2017 in Bad Ditzenbach, Kreis Göppingen, ereignet. Dort war ein Kind von einem Anhänger überrollt worden. Ein 51-Jähriger war spätabends mit seinem Traktor nebst Anhänger bergab in Richtung Ortsmitte unterwegs. Auf dem Anhänger lagerten mehrere ungesicherte Rundballen, auf denen drei Kinder in der ersten Reihe saßen. Ein Zwölfjähriger Junge stürzte nach vorne zwischen Traktor und Anhänger und wurde vom Anhänger überrollt. Der Junge wurde schwer verletzt. Die anderen Beteiligten erlitten einen Schock.