Ditzingen plant Pflegeheim Stadträte sind am Zug: Neue Pflegeeinrichtung für Schöckingen
Die Einrichtung wird schon lange im kleinsten Ditzinger Teilort gewünscht. Jetzt werden die Überlegungen konkretisiert – und haben eine Besonderheit.
Die Einrichtung wird schon lange im kleinsten Ditzinger Teilort gewünscht. Jetzt werden die Überlegungen konkretisiert – und haben eine Besonderheit.
Wenn die Stadträte diesen Montag erstmals im neuen Jahr wieder in öffentlicher Sitzung zusammentreffen, dann befassen sie sich erneut mit einem Projekt, das wenigstens von einem Teil der Ditzinger Bevölkerung seit Langem erwartet, erwünscht, erhofft wird: Eine für das Leben im Alter. Im kleinsten Ditzinger Teilort gibt es bis dato keine stationäre Pflegeeinrichtung.
Das soll nun anders werden. Der Bauplatz dafür ist im Neubaugebiet Schöckingen Süd-Ost vorgesehen. Nach einer Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung, bei der die Bürger auch Wünsche und Anregungen äußern konnten, sind nun wieder die Stadträte am Zug.
Die Vorstellungen aus der Informationsveranstaltung decken sich in zwei zentralen Punkten mit den Vorüberlegungen der Räte. Zum einen hatten die Stadträte bereits in der Diskussion die Präferenz eines Trägers geäußert, der die vergleichsweise kleine Einrichtung für sich betrachtet und nicht als Teil eines großen Verbunds. Zudem sollen sich die Bürger bei der Weiterentwicklung der Ort mit einbringen, ob einzeln, in Gruppen, Vereinen oder Kirchen. Gebündelt werden könnte dieses Engagement in einem Förderverein, so die Überlegung.
Die frühe Einbindung eines gesamten Ortes in die Planungen einer stationären Pflegeeinrichtung ist nicht neu. Gute Erfahrungen haben die Ditzinger bereits damit gemacht, als ein Pflegezentrum im wenige Kilometer entfernten anderen Teilort der Stadt geplant werden sollte, dem Haus Guldenhof in Hirschlanden. Ein Förderverein entstand, aus dem aktive Gruppen erwuchsen, die das Leben in der Einrichtung seitdem prägen – und die Angebote dort hineinbringen, die über das hinausgehen, was Mitarbeiter und Therapeuten zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben leisten könnten.
Der Bedarf für ein stationäres Pflegeangebot ergibt sich aus der sogenannten Bevölkerungsberechnung des Statistischen Landesamtes. Diese wiederum legt den Kreispflegeplan des Landkreises zugrunde. Der Plan wurde 2023 erstellt und gilt als Planungsinstrument bis 2035. Demnach ist in diesen zwölf Jahren im Landkreis Ludwigsburg mit einem Bevölkerungswachstum zu rechnen.
Der stärkste Anstieg wird dabei für die Gruppe der 60- bis 85-jährigen Personen erwartet. Auch die Gruppe jener, die mit über 85 zu den Hochaltrigen zählen, wird laut der Prognose deutlich ansteigen.
Die Kosten, die den Bewohnern für einen Heimplatz entstehen, sind in diesen Tagen einmal mehr in den Fokus der bundesweiten Nachrichten gerückt. Demnach ist die finanzielle Eigenbeteiligung der Pflegebedürftigen in baden-württembergischen Pflegeheimen erneut deutlich angestiegen. Das hat eine aktuelle Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen gezeigt.
Am stärksten betroffen sind Pflegebedürftige demzufolge im ersten Jahr ihres Heimaufenthalts. Ihre durchschnittliche Eigenbeteiligung stieg 2025 auf 3532 Euro – ein Plus von 295 Euro gegenüber dem Vorjahr. Pflegebedürftige mit einer Aufenthaltsdauer von mehr als zwölf Monaten mussten durchschnittlich 3189 Euro monatlich zuzahlen.