Ditzingen/ Schwieberdingen Leise Kritik am geplanten Gewerbeschwerpunkt
Einige Kommunen beteiligen sich am geplanten interkommunalen Gewerbegebiet. So auch Ditzingen. Doch nicht alle begrüßen das Vorhaben.
Einige Kommunen beteiligen sich am geplanten interkommunalen Gewerbegebiet. So auch Ditzingen. Doch nicht alle begrüßen das Vorhaben.
Gewerbeflächen sind knapp in der Region Stuttgart und damit auch in jeder einzelnen Kommune. So lässt sich auch die Situation im südlichen Landkreis Ludwigsburg beschreiben. Die Stadt Ditzingen hat daraus Konsequenzen gezogen – und sich auf Schwieberdinger Gemarkung im geplanten Gewerbegebiet Laiblinger Weg eingebracht.
Die Fläche zwischen dem Unternehmensstandort Bosch und der Eisenbahntrasse ist zum einem seit langem als Erweiterungsfläche für Bosch vorgesehen. Zum anderen hat die Gemeinde Schwieberdingen dort Flächen für die Eigenentwicklung. Darüber hinaus soll ein Teil der Gesamtfläche von mehreren Kommunen gemeinsam entwickelt werden. Dies entspricht einer Vorgabe des Verbands Region Stuttgart.
Die Kommunen Schwieberdingen, Hemmingen, Markgröningen und Ditzingen haben sich dafür in einem Zweckverband zusammengeschlossen. Auch wenn diese den Plänen als Mitglied des Zweckverbands naturgemäß grundsätzlich positiv gegenüber stehen, sind sie im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens anzuhören. Das Verfahren ist notwendig, um überhaupt erst einmal Baurecht zu schaffen.
„Um eine geordnete städtebauliche Entwicklung des Gebietes erreichen zu können, erachten wir die Aufstellung eines Bebauungsplans für den betroffenen Bereich als sinnvoll“, heißt es in der Stellungnahme der Ditzinger, die darüber hinaus keine weiteren Einwände haben oder an dieser Stelle Anmerkungen machen. Als Mitglied des Zweckverbands seien sie ohnehin an den Gesprächen beteiligt, so die Ditzinger Verwaltung.
Der Gemeinderat hatte sich in der jüngsten Sitzung mit der Stellungnahme befasst. Diskussionen gab es keine. Einzig Ulrich Steller, Mitglied der Fraktion der Grünen, machte aus seiner Ablehnung der Pläne keinen Hehl, ganz gleich ob das Projekt erfolgreich sein würde oder nicht. Man habe das Thema einst „mit weitem Abstand sehr intensiv beraten“, sagte Steller und erinnerte damit an die Beratungen während der Pandemie. Doch die intensive Diskussion habe nichts an seiner ablehnenden Haltung geändert. Er verwies auf die Initiative „Lebenswertes Strohgäu“, die immer wieder Zweifel daran äußern, „ob sich die Entwicklung wirtschaftlich lohnt, der Plan aufgeht“. Wenn der Plan aufgeht, so Steller, lehnt er ihn aus ökologischen Gründen ab. Gehe er nicht auf, sei er aus wirtschaftlichen Gründen dagegen. „Ich bleibe bei meinem Nein.“ Bei vier Gegenstimmen und mehreren Enthaltungen wurde die Stellungnahme beschlossen.
Die Grundsatzentscheidung für einen Beitritt zum Zweckverband war schon vor einiger Zeit getroffen worden – nach durchaus kontroverser Diskussion. Nicht alle erachteten es für sinnvoll, sich in das interkommunale Gewerbegebiet einzukaufen, sich finanziell also zu verpflichten, ohne absehen zu können, wie die finanziellen Vorteile einer solchen Beteiligung aussehen werden. Die Verwaltung hatte argumentiert, auf der eigenen Gemarkung über das Bestehende hinaus keine weiteren Fläche mehr für eine Gewerbeansiedlung zu haben.