Die Stadt investiert wie lange nicht und macht zugleich massiv Schulden. Nur einem glücklichen Umstand ist zu verdanken, dass der Haushalt für 2026 genehmigungsfähig ist.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

Die Haushaltsreden aller Fraktionen im Ditzinger Gemeinderat hatten am Dienstag eines gemeinsam: sie enthielten die Ankündigung eines massiven Sparprogramms im kommenden Jahr. Wie das konkret aussehen wird, wird sich im nächsten halben Jahr zeigen. Klar ist aber jetzt schon: Es wird spürbar sein für die Bürger und es wird aller Voraussicht nach auch die Strukturen im Ort verändern: Wird es künftig in allen Teilorten eine Bibliothek und eine Ortsverwaltung geben? Das sind nur zwei Möglichkeiten, die die Räte, begleitet von einem externen Büro, diskutieren werden.

 

Räte stimmen einmütig für den Haushalt 2026

Wie auch immer das Sparpaket letztlich aussehen wird: Dass es unumgänglich ist, darin ist sich der Gemeinderat einig. Entsprechend einmütig verabschiedete er daher den Haushalt 2026. Er ist auf das Allernötigste reduziert und enthält somit bereits die ersten Sparmaßnahmen. Auch die Grundsteuer für bebaute Grundstücke wird befristet auf drei Jahre erhöht. Die Haushaltssperre gilt vorerst weiterhin, so lange bis das Regierungspräsidium Stuttgart den Haushalt genehmigt hat. Das zwingend erforderliche Okay der Aufsichtsbehörde wird im Frühjahr erwartet. Das hatte der Kämmerer in einer früheren Sitzung gesagt.

Möglich wurde die Genehmigungsfähigkeit vor allem erst durch den glücklichen Umstand einer Rückzahlung in Höhe von zwei Millionen Euro. Diese und weitere Einsparungen in der Verwaltung schlossen die Lücke im Haushalt. „Es ist ein Ausgleich, der einmalig sein wird“, hatte der Kämmerer Patrick Maier in den vergangenen Wochen gesagt.

Gewerbesteuer in Höhe von 24 Millionen Euro geplant

Der Ditzinger Kämmerer plant mit Einnahmen aus der Gewerbesteuer in Höhe von 24 Millionen Euro. Das ist zwar mehr als die sich für dieses Jahr abzeichnenden 18 Millionen – aber deutlich unter jenen gut 30 Millionen, welche die Kommune in den vergangenen zehn Jahren mindestens einnahm. Ganz zu schweigen vom Rekordjahr 2023, als der Kämmerer hier rund 80 Millionen verbuchte. Die Stadt muss zugleich 34 Millionen ausgeben, wobei sie 22 Millionen davon über Kredite finanziert. Diese Investitionen beziehen sich nahezu ausschließlich auf die Bereiche Bildung und Betreuung. Eine Ausnahme ist die Heimerdinger Umfahrung, für die weiter Geld fließt.