Ditzinger Kirchenbezirk Die Fusion rückt einen Schritt näher

Von  

Die evangelischen Kirchenbezirke im Süden und Norden des Landkreises wollen sich zusammenschließen. Die Parlamente beider Bezirke haben zugestimmt.

Die Konstanzer Kirche in Ditzingen kann zwar nicht verrückt werden – der Kirchenbezirk drumherum aber möchte mit dem in Vaihingen die Fusionsmöglichkeit ausloten. Foto: factum/Granville
Die Konstanzer Kirche in Ditzingen kann zwar nicht verrückt werden – der Kirchenbezirk drumherum aber möchte mit dem in Vaihingen die Fusionsmöglichkeit ausloten. Foto: factum/Granville

Ditzingen/Vaihingen - Die Kooperation funktioniert bereits in vier Arbeitsbereichen. Doch die beiden evangelischen Kirchenbezirke Ditzingen und Vaihingen/Enz wollen noch näher zusammenrücken. Beide Synoden, die „Parlamente“ der Bezirke, haben Verhandlungen zur Fusion zugestimmt – in Ditzingen mit einer Mehrheit von 78 Prozent, in Vaihingen mit nur 58 Prozent. „Wir sind dann ein größerer Akteur im Kreis Ludwigsburg“, sagte der Vaihinger Dekan Reiner Zeyher nach dem Beschluss seiner Synode am vergangenen Freitag. Die Ditzinger Synodalen hatten zwei Wochen zuvor bestimmt, in Fusionsverhandlungen einzutreten – aber „ergebnisoffen“.

Bisher fünf Kirchenbezirke im Landkreis

Bisher gibt es im Landkreis Ludwigsburg die fünf evangelischen Kirchenbezirke Ludwigsburg, Besigheim, Marbach, Ditzingen und Vaihingen. Die Auswirkungen zweier landesweiter Entwicklungen trifft alle: Die Zahlen der Mitglieder gehen beständig pro Jahr um 1,5 bis 2 Prozent zurück; alle Bezirke müssen Pfarrstellen reduzieren, weil sie immer kleiner werden.

Ditzingen und Vaihingen schrumpfen bis 2024 von 19 auf 15 beziehungsweise von 19,5 auf 16 Vollzeit-Pfarrstellen. „Wir sind zwei Bezirke auf Augenhöhe“, sagt Zeyher, „durch die Fusion kann ein starkes Gebilde im Westen des Landkreises entstehen.“ Sein Ditzinger Kollege Friedrich Zimmermann ergänzt: „Mein Ziel ist es, dass beide Bezirke zukunftsfähig sind.“ Nach der knappen Mehrheit in Vaihingen „müssen wir Hausaufgaben machen und schauen, wie wir die Leute mitnehmen“. Am Mittwoch findet das erste gemeinsame Gespräch nach den beiden Beschlüssen statt.

In Vaihingen stand noch zur Debatte, ob man die Fusion mit Mühlacker und nicht mit Ditzingen suchen solle. Bisher arbeiten Ditzingen und Vaihingen in der Erwachsenenbildung, der Diakonie, der Flüchtlingsarbeit und der Notfallseelsorge zusammen. Die Nähe Vaihingens zu Mühlacker resultiert auch aus uralten Zeiten des württembergischen Oberamts Vaihingen.

Kirchenbezirke im Landkreis

Auch aus Sicht der Kirchenverwaltung hat die Fusion von Ditzingen mit Vaihingen mehr Erfolgschancen. Der Oberkirchenrat in Stuttgart wolle Kirchenbezirke, die sich an Landkreisgrenzen orientieren, meinte die Leiterin der kirchlichen Verwaltungsstelle Ludwigsburg, Silke Bidlingmaier. In der Ditzinger Synode wurden auch Fusionsmöglichkeiten mit den Bezirken Leonberg oder Ludwigsburg angesprochen, aber verworfen – Leonberg sei in einem anderen Landkreis, Ludwigsburg werde mit Ditzingen zu groß.

Beide Bezirke hatten schon während des zu Ende gehenden Jahres eine grundsätzliche Bereitschaft zur Fusion erklärt. „Jetzt wollen wir herauskitzeln, was Vaihingen und Ditzingen zukunftsfähig macht“, sagt Zimmermann. In einem zweiten Schritt wollen beide Bezirke darüber beraten, ob Kooperationen mit dem Bezirk Mühlacker möglich sind. Vaihingen und Mühlacker arbeiten bisher bei der Kindergartenarbeit und den Laienpredigern zusammen, zudem sind Vaihingen und Mühlacker ein Wahlbezirk zur Landessynode und man hat ein gemeinsames Schuldekanat. Ditzingen hat dies mit Leonberg gemeinsam.