Ditzinger Schüler stärken ihre Englischkenntnisse Zweisprachig fürs Leben lernen

Die Ditzinger Gymnasiasten lernen verstärkt Englisch – wenn sie es denn wollen. Foto: Pascal Thiel
Die Ditzinger Gymnasiasten lernen verstärkt Englisch – wenn sie es denn wollen. Foto: Pascal Thiel

Das Gymnasium in der Glemsaue bietet im kommenden Schuljahr erstmals einen bilingualen Zug an.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Ditzingen - Viertklässler, die in Deutsch und Mathe im Halbjahreszeugnis mindestens eine Zwei haben und auf das Gymnasium wechseln wollen, können fortan ab der fünften Klasse verstärkt Englisch lernen. In der Glemsaue wird dafür von kommendem Schuljahr an ein bilingualer Zug eingerichtet. Ab Klasse sieben wird zudem der Fächerverbund GWG auf Englisch unterrichtet. Werden Geografie, Wirtschaft und Gemeinschaftskunde in einer Fremdsprache gelernt, soll dies die Schüler laut dem Regierungspräsidium Stuttgart nämlich dazu befähigen, „mit fremdsprachigen Partnern über zentrale Fragen von Gesellschaft, Staat und Kultur zu kommunizieren“. Rund ein Drittel der 86 neuen Fünftklässler in der Glemsaue haben sich laut dem Schulleiter Wolfgang Zakrzewski für die Zweisprachigkeit entschieden.

Für Zakrzewski ist das Angebot allerdings auch eine „Möglichkeit, für leistungsstarke Schüler einen Anreiz zu schaffen“. Zudem ist es dem Schulleiter ein Anliegen, die Fremdsprachenkompetenz seiner Schüler zu stärken. „Um Englisch kommt man nicht herum“, ist er überzeugt. Man benötige es, sei es an der Universität, in den Vorlesungen oder dann später im Beruf.

Genehmigung im dritten Anlauf

Im dritten Anlauf hat das Regierungspräsidium dem Antrag des Schulträgers, also der Stadt, stattgegeben. Die Verwaltung hatte bereits 2015 und 2016 die Zweisprachigkeit beantragt. Landesweit können pro Schuljahr laut dem Kultusministerium sieben neue bilinguale Abteilungen deutsch-englisch eröffnet werden.

Wie das baden-württembergische Kultusministerium im Herbst auf Anfrage eines FDP-Landtagsabgeordneten mitteilte, gibt es bereits an acht Gymnasien im Kreis Ludwigsburg einen bilingualen deutsch-englischen Zug. Nach Besigheim, Bietigheim-Bissingen, Korntal-Münchingen, Ludwigsburg Marbach, Remseck und Vaihingen/Enz ist das Ditzinger Gymnasium kreisweit das neunte. Auch das Ministerium sieht darin vor allem eine Förderung der leistungsstarken Jugendlichen: Es sei ein Angebot im Rahmen der Begabtenförderung. Zum Schuljahr 2016/2017 gibt es landesweit an 87 Gymnasien deutsch-englische Abteilungen.

Schüler im bilingualen Zug haben von Klasse fünf an zwei zusätzliche Englischstunden, von Klasse sieben werden auch die anderen Fächer in der Fremdsprache unterrichtet: in der siebten und achten Klasse Erdkunde, in Klasse neun Geschichte und der zehnten Klasse Biologie.

In der Kursstufe muss dann die Fremdsprache belegt werden, sowie ein Seminarkurs in der Fremdsprache. Damit könnten die Schüler dann ein Abschluss wie etwa das Internationale Abitur erreichen.

Ausweitung des Angebots

Für den Ditzinger Schulleiter Wolfgang Zakrzewski ist der bilinguale Zug letztlich aber nicht nur ein Angebot für leistungsstarke Schüler. Es sei vielmehr eine Ausweitung des Bestehenden, um den Erwerb einer Fremdsprache an der Schule zu fördern. In der Klassenstufe zehn und Jahrgangsstufe eins können Schüler bereits das Cambridge Certificate erwerben, ein englisches Sprachdiplom. Das staatliche französische Sprachdiplom, kurz „Delf“, in der Klassenstufe zehn soll ebenso dazu motivieren, die Fremdsprache nicht nur zu lernen, sondern sie auch anzuwenden.

Die Mindestgröße für eine bilinguale Klasse liegt bei 16 Schülern. Den Ditzingern war die Einrichtung einer einzigen bilingualen Klasse genehmigt wordnen. Der bilinguale Zug beginnt in der Klasse fünf. Entscheiden sich mehr als 30 Kinder – und damit also mehr als eine Klasse – für den bilingualen Zug, entscheidet neben den Noten in Deutsch und Mathe die Englischnote und der Gesamtnotendurchschnitt in der vierten Klasse. Über die Aufnahme in die bilinguale Klasse entscheidet grundsätzlich allerdings der Schulleiter.




Unsere Empfehlung für Sie