Ditzinger Spendenveranstaltung für Mukoviszidosekranke Das Fest zum Lebenslauf ist abgesagt

Bis 2019 war der Lebenslauf  Jahr für Jahr  – hier ein Bild von 2018  – ein großes Treffen. Dann wurde  vieles anders. Foto: factum//Archiv
Bis 2019 war der Lebenslauf Jahr für Jahr – hier ein Bild von 2018 – ein großes Treffen. Dann wurde vieles anders. Foto: factum//Archiv

Im vergangenen Jahr ist vieles anders gewesen bei der traditionellen Veranstaltung in Ditzingen zugunsten der an Mukoviszidose leidenden Patienten. Corona beherrscht auch in diesem Jahr die Benefizveranstaltung. Ein wesentlicher Bestandteil wird fehlen.

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Ditzingen - Irgendwann ist den Organisatoren im vergangenen Jahr klar gewesen, dass es den Ditzinger Lebenslauf nicht in der vertrauten Form würde geben können. Corona ließ es 2020 nicht zu, dass sich über den Tag verteilt 4500 Läufer und zig Unterstützer in der Glemsaue tummeln würden. Als damit auch feststand, dass es kein Familienfest in der Glemsaue geben würde, kein Wiedersehen innerhalb der großen Gruppe von Betroffenen und Unterstützern, wurde umgeplant.

Weg von dem einen zentralen Lauftag hin zu vielen dezentralen, individuellen Spendenläufen rund um den Globus, digital dokumentiert: Jeder Teilnehmer sucht sich einen Spender, der für die zurückgelegten Kilometer spendet. Das Ergebnis überraschte die Organisatoren. „Wir sind völlig überwältigt“, sagt Jana Maierhofer immer noch. „Wir haben nicht weniger eingenommen an Spenden.“ Nicht nur deshalb fügt sie an: „Es war richtig, nicht nichts zu machen.“ Zumal auch die Rückmeldungen der Teilnehmer positiv gewesen seien.

Plan B wurde stets mitgedacht

Daran wollen die Organisatoren um Jana Maierhofer und Elke Detzmeier in diesem Jahr anknüpfen. Gelaufen, gerannt, geschwommen, gewalkt wird auch in diesem Jahr über mehrere Tage rund um das traditionelle Lebenslaufdatum, nämlich von 21. April bis 2. Mai. Auch der ökumenische Gottesdienst zu Beginn wird erneut online übertragen.

Natürlich hätten sie die Hoffnung gehabt, 2021 könne der Lebenslauf wie in den Jahren vor Corona stattfinden, sagt Maierhofer. Doch parallel dazu sei Plan B – also eine Wiederholung des interaktiven Lebenslaufs von 2020 – immer mitgedacht worden. Das bedeutete auch, dass mit der Buchung zum Beispiel der Zelte zunächst einmal abgewartet wurde. Auf diese Weise würden sie im Zweifel die Stornogebühren sparen können, so die Überlegung. Alle anderen – von den Speiselieferanten bis zum Getränkehändler – wurden angefragt. Sie hatten signalisiert, kurzfristig dabei sein zu können.

Der Lebenslauf 2020: Lesen Sie hier mehr

Die Entscheidung fiel um Weihnachten herum, also schon lange vor dem neuerlichen Bund-Länder-Beschlüssen in dieser Woche. In der Neuauflage von 2020 wurde allerdings das Anmeldeverfahren weiterentwickelt. „Das Portal ist nutzungsfreundlicher geworden“, sagt Maierhofer überzeugt. Das betreffe vor allem die Eingabe der zurückgelegten Kilometer. Zum anderen besteht nun auch die Möglichkeit anzugeben, wo man die Strecke zurückgelegt hat.

Beibehalten wird, dass es einem freisteht, wie man die Kilometer für einen guten Zweck zurücklegen will. Den Teilnehmern habe es vergangenes Jahr auch deshalb gut gefallen, weil sie sich erstmals aussuchen konnten, auf welche Weise sie ihre Kilometer absolvieren wollten, sagt Maierhofer. Ob mit dem Fahrrad, auf Inlinern, schwimmend oder eben laufend und gehend. Plötzlich war alles erlaubt, was in der Glemsaue vor allem wegen der Beschaffenheit des Bodens nicht möglich gewesen war. Die Laufstrecke ist stets gemulcht gewesen. Das war zwar gut für die Läufer – aber nichts für Fahrradfahrer. Und wer, zum Beispiel des Studiums wegen, nicht in Ditzingen war, konnte nun trotzdem signalisieren, auch aus der Distanz dabei zu sein.

So froh die Organisatoren darüber sind, dass der Ditzinger Lebenslauf vergangenes Jahr gut angenommen wurde, so sehr wurde ihnen auch von den Teilnehmern gespiegelt, dass ein Aspekt fehlte: Der Festcharakter. „Es fehlte das Familienfest“, sagt Maierhofer: Keine Treffen von all denen, die einmal im Jahr immer dort zusammenkamen, keine Musik, keine Gespräche, die sich zufällig ergaben, kein lautes Stimmengewirr.

Eben weil all dies zwingend zum Ditzinger Lebenslauf gehört, wollen die Organisatoren daran grundsätzlich anknüpfen, sobald es die Pandemie wieder zulässt.

Ist eine Kombination denkbar?

In den Jahren vor Corona tummelten sich zuletzt bis zu 4500 Teilnehmer an einem Tag in der Glemsaue. Das war für die Organisatoren – den Ehrenamtlichen nebst der Stadtverwaltung – zwar noch machbar. Doch mehr hätte es nicht sein dürfen, sagten die Organisatoren immer wieder selbst. Wohin sich das Familienfest nach Corona entwickeln wird, ist deshalb offen. Vorsichtig sein müssen die Mukoviszidosepatienten, aber deshalb auch deren Angehörigen und Freunde – also viele der ehrenamtlichen Helfer rund um das Fest. „Wir arbeiten weiterhin mit einer Risikogruppe“, sagt Maierhofer, „wir werden deshalb nie die ersten sein, die vorpreschen, wenn Präsenzveranstaltungen wieder möglich sind“.

Möglicherweise werden deshalb die Lebensläufe vor Corona und mit Corona in der Zeit nach der Pandemie miteinander kombiniert. Aber zunächst gilt das Augenmerk dem Ditzinger Lebenslauf 2021, dem zweiten in der Coronazeit.




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