Donald Trump bei Elizabeth II. Was wollte uns die Queen mit ihrer Brosche sagen?

Die sprechende Brosche: Queen Elizabeth II. beim Empfang des US-Präsidentenpaares Donald und Melania Trump. Foto: Getty Images Europe 7 Bilder
Die sprechende Brosche: Queen Elizabeth II. beim Empfang des US-Präsidentenpaares Donald und Melania Trump. Foto: Getty Images Europe

Sendete die Queen mit der Wahl ihrer Broschen geheime Codes? Vielleicht. Um zu bemerken, dass Elizabeth II. alles andere als „amused“ über Donald Trumps Verhalten war, muss man aber kein Schmuckexperte sein.

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London - Sendete die Queen bei ihrem Treffen mit US-Präsident Donald Trump geheime Botschaften – mit der Wahl ihrer Broschen? Darüber spekulieren seit Tagen britische und amerikanische Twitter-Nutzer. Unter dem Hashtag #BroochDecoderRing behaupten aufmerksame Beobachter, die 92-jährige Monarchin habe mit ihrer Schmuckwahl ihren Unmut über den Besuch des Präsidenten ausdrücken wollen.

Queen Elizabeth II. habe am Tag der Ankunft des 45. US-Präsidenten in Großbritannien (auf einem Termin, der übrigens überhaupt nichts mit Trump zu tun hatte) einen Brosche getragen, die sie von Nummer 44 geschenkt bekommen habe: Von Barack Obama und seiner Frau Michelle, als sie der Queen 2011 einen Besuch abstatteten. Das kann kein Zufall sein, dachte sich eine amerikanische Bloggerin, die sich in ihrer Freizeit intensiv mit dem Schmuck der Queen beschäftigt.

Ihre Beobachtungen teilte sie mit der Twitter-Nutzerin @SamuraiKnitter, die den angeblichen Broschen-Code im Kurznachrichtendienst aufdröselte. Beim Empfang der Trumps habe sich die Queen dann für ein Erbstück entschieden – nämlich genau die Brosche, die ihre Mutter, „Queen Mum“, beim Begräbnis ihres Ehemannes König George VI. getragen habe. Also nicht gerade ein Schmuckstück, dass Elizabeth II. an glückliche Zeiten erinnere.

Die schmucke Verschwörungstheorie verbreitete sich rasend schnell – schließlich hatten im Vorfeld viele Trump-Kritiker dafür plädiert, der Queen ein Treffen mit dem für seine Taktlosigkeit bekannten US-Präsidenten zu ersparen. Knapp 1,9 Millionen Menschen unterzeichneten eine Petition, um den Besuch von einem Staatsbesuch zu einem normalen Treffen herabzustufen, weil er „die Queen in Verlegenheit bringen würde“.

Trump machte einige Protokollfehler

Ob Elizabeth II. mit ihrer Broschenwahl tatsächlich eine Botschaft senden wollte, bleibt ihr Geheimnis. Ganz offensichtlich waren dagegen diverse Protokollfehler, die Trump bei seinem Zusammentreffen mit der Queen versehentlich beging.

So ließen die Trumps die betagte Königin nicht nur in der gleißenden Mittagssonne warten, der Präsident sparte sich auch die Verbeugung vor der 92-Jährigen, genauso wie seine Frau Melania einen Knicks. Zwar sind Verbeugung und Knicks nicht vorgeschrieben (auch die Obamas sparten sie seinerzeit aus), sie gelten aber als ein Zeichen des Respekts vor der Monarchin.

Nicht einmal Prinz Philip geht vor der Queen

Beim Abschreiten der Ehrengarde dann der absolute Protokollbruch: Trump lief vor der Queen her und kehrte ihr den Rücken zu. Nicht einmal Prinzgemahl Philip geht vor der Königin – sondern, wie es sich gehört, zwei Schritte hinter ihr.

Sogar nach dem Treffen sprang Trump fröhlich weiter ins Fettnäpfchen und plauderte über die Inhalte seines Gesprächs mit der britischen Monarchin. Elizabeth habe sich beim Tee auf Schloss Windsor über die Schwierigkeiten des Brexit geäußert, sagte Trump in einem Interview mit der britischen Zeitung „Mail on Sunday“. Eigentlich verbietet es das Protokoll des britischen Königshauses, Inhalte aus Gesprächen mit der Queen öffentlich zu verkünden.

Dass es nicht einfach ist, in Anwesenheit der britischen Königin stets das Protokoll zu wahren, musste seinerzeit auch Michelle Obama erfahren: Die damalige First Lady legte Queen Elizabeth II. die Hand auf die Schulter – damals ein Riesenaufreger.




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