Corona-Infektion des US-Präsidenten Donald Trump löst Spottwelle im Netz aus

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Die Infektion von Donald Trump mit dem Corona-Virus hat stürmische Reaktionen auf Twitter und anderen sozialen Medien ausgelöst: Der US-Präsident wird weitgehend verspottet – mit wenigen Ausnahmen.

Donald Trumps Infektion hat weltweit Reaktionen ausgelöst. Foto: dpa/Evan Vucci
Donald Trumps Infektion hat weltweit Reaktionen ausgelöst. Foto: dpa/Evan Vucci

Stuttgart - Eine Welle von Häme, Spott und Schadenfreude rollte am Freitag durch die sozialen Medien – mit nur wenigen Ausnahmen: Die Infektion des US-Präsidenten Donald Trump mit dem Corona-Virus löste auch in Deutschland zumindest auf Twitter und Facebook wenig Mitgefühl aus. Im Gegenteil: die meisten Beiträge beziehen sich darauf, dass Donald Trump früher das Virus lange verharmlost hat und einmal sogar das Trinken eines Desinfektionsmittels als Therapie empfohlen hat.

Offen wird Schadenfreude formuliert

„Ich kann einfach nicht schreiben, gute Besserung, Donald Trump“, sagt ein User namens Micha auf Twitter, „denn das wäre pure Heuchelei“. Ein anderer, Marco M., schiebt dem US-Präsidenten ein erfundenes Zitat in den Mund, das auf dessen großspurigen, prahlerischen Äußerungen gemünzt ist: „Ja, es stimmt. Ich habe den China-Virus. Niemand hat mehr Corona-Virus als ich. Ich habe den besten Virus und das positivste Ergebnis von allen. Niemand hat ein besseres Corona als ich.“ Ein anderer schreibt Ähnliches und lässt Trump sagen: „Das ist der positivste Test, den eine Präsident je hatte.“

Andere Beiträge zeigen Fotomontagen von Trump, wie er ein Desinfektionsmittel schluckt mit dem Hinweis: Erster Impfstoff wird getestet. Auch auf das TV-Duell mit Joe Biden wird eingegangen: „Hat Trump seine richtige Adresse angegeben?“ Falls nicht, wäre ein Bußgeld von 1000 Dollar fällig. Manchmal erreicht die Kritik die Grenze zur Schadenfreude: „Ich freue mich, dass Trump mal was Schlechtes passiert, er ist ein schlechter Mensch und hat Tausende von Toten zu verantworten.“ Ein User schreibt ironisch, man solle doch mal eine Corona-Expertengruppe aus Deutschland nach Washington schicken: Mit Bodo Schiffmann, Hendrik Streek, Attila Hildmann und „einer Homöopathin aus der Eifel“.

SPD-Politiker Karl Lauterbach wünscht gute Besserung

Auch Prominente aus der Politik melden sich zu Wort: Der SPD-Gesundheitspolitiker und Epidemiologe Karl Lauterbach schreibt: „Als Arzt wünsche ich Donald Trump eine schnelle und vollständige Genesung. Als Politiker hoffe ich aber, dass er die bevorstehende Wahl nicht überlebt.“

Die Klimaaktivistin Lisa Neubauer von Fridays-for-Future – ein Mitglied der Grünen- äußerte sich ironisch: „Er wird da natürlich heil rauskommen. An Desinfektionsmitteln soll es ja in Washington nicht mangeln.“

Dieser und andere hämischen Kommentare lösten aber auch Gegenwind aus. Es sei erschreckend, „welche Schadenfreude die Grünen und die selbst gerechten Klimaretter da entwickeln und wie sie das gesellschaftliche Klima vergiften“, meinte eine Kommentatorin auf Twitter. Auch einem anderen User geht der Spott zu weit: „Ich kann nachvollziehen, dass man Hass auf Trump hat, aber ihm zu wünschen, dass er an Covid-19 stirbt ist unmoralisch.“




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