Donald Trump schuldig gesprochen Der gesunde Menschenverstand hat gesiegt
Trump erschien wie der „Boss“ eines Mafia-Kartells und präsentierte sich genau so, kommentiert unser US-Korrespondent Thomas Spang.
Trump erschien wie der „Boss“ eines Mafia-Kartells und präsentierte sich genau so, kommentiert unser US-Korrespondent Thomas Spang.
Ein geschichtsträchtiges Urteil in einem historischen Prozess. Auf diese Formel lässt sich die Entscheidung der zwölf Geschworenen im ersten Prozess gegen einen ehemaligen Präsidenten der USA bringen.
Die Jury im Schweigegeld-Prozess von New York befand Donald Trump nach nur kurzer Beratung für schuldig in allen 34 Anklagepunkten. Und zurecht. Der gesunde Menschenverstand hat kein anderes Urteil als dieses zugelassen. Trump erschien wie der „Boss“ eines Mafia-Kartells und präsentierte sich genau so.
Das passt zu der Beschreibung seiner Mitarbeiter, die den Angeklagten als solchen bezeichnet hatten. Und ihn so behandelten. Dass eine Jury aus fünf Frauen und sieben Männern Trump als schuldig anerkannt hat, liegt nach der Beweislage auf der Hand.
Aber der Ausgang des Prozesses war keineswegs sicher. Denn Trump hatte versucht, die Verantwortung für seine Taten auf unglaubwürdige Zeugen oder voreingenommene Geschworene abzuschieben. Nichts von diesen Unterstellungen ist der Fall. Tatsächlich befanden ihn zwölf Geschworene für schuldig, die Zahlungen an den Pornostar Stormy Daniels verschleiert zu haben, um seine Chancen zu erhöhen, zum Präsidenten der USA gewählt zu werden.
Die Amerikaner haben jetzt eine klare Entscheidung vor sich. Wollen sie jemanden ins Weiße Haus schicken, der ein verurteilter Straftäter ist, oder nicht. Man würde denken, die Latte läge niedrig, aber es ist nicht so. Die US-Gesellschaft ist und bleibt auch nach diesem Urteil so gespalten wie zuvor.
Den Unterschied könnte am Ende der kleine Anteil an Wählern machen, der nicht für Trump stimmen wird, weil er ein verurteilter Straftäter ist. Bei einer Wahl, deren Ausgang in den Swing States an ein paar tausend Stimmen hängt, könnte das den Unterschied ausmachen.
In jedem Fall war das Urteil ein großer Tag für den Rechtsstaat. Egal, was Trump auch immer behauptet haben mag, er hat es nicht geschafft, diesen zu korrumpieren.
Die USA und die Welt halten jetzt den Atem an, ob Trump am 11. Juli zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wird. In jedem Fall wird die Strafe ein historisches Novum sein.