Donzdorf Gewerbepark bewegt die Gemüter

Das Ackerland erhalten oder Gewerbeflächen ausweisen? Darum geht der Streit in Donzdorf. Foto: Giacinto Carlucci

In Donzdorf sammeln die Gegner des geplanten 28 Hektar großen Vorhabens Unterschriften für ein Bürgerbegehren.

Donzdorf - Die Debatte um den westlich von Donzdorf geplanten Gewerbepark Lautertal schwillt weiter an. In Stellungnahmen werben der Handels- und Gewerbeverein Donzdorf für die Erschließung des 28 Hektar großen Gewerbegebiets als „Zugewinn für die Region“. Auch die Donzdorfer SPD-Fraktion macht sich für den Gewerbepark stark: „Mais hat keine Zukunft“, schreibt die SPD in einer Mitteilung. Die Gegner der Planung, die Bürgerinitiative „Kein Gewerbepark Lautertal“ (BI) verweist unterdessen auf einen „überragenden Zuspruch beim ersten Infostand“.

 

Unternehmen erwarten Umsatzsteigerungen

Die Vertreter des Donzdorfer Gewerbes erwarten laut einer Mitteilung vom Gewerbepark eine Umsatzsteigerung für die Gewerbetreibenden der Kleinstadt. Die Menschen, die künftig dort arbeiten, „werden ihre Vesper- oder Mittagspause sicherlich auch mit Besorgungen verbinden, eventuell auch nach Feierabend noch zu Einkäufen“ kommen, schreibt der HGV-Vorsitzende Armin Koch. Er erwartet Impulse für leerstehende Geschäfte in der Innenstadt. Jeder neu geschaffene Arbeitsplatz bringe eventuell positives Kaufverhalten mit sich. Da auf der künftigen Gewerbefläche keine Märkte vorgesehen seien, drohe auch keine Konkurrenz für Donzdorfer Geschäfte. Der HGV nimmt an, dass Donzdorfer Betriebe Aufträge erhalten, wenn sich neue Firmen ansiedeln. Man hoffe, dass das Projekt trotz Bürgerinitiative realisiert werde.

Im Gegensatz zur SPD-Fraktion in Süßen, die eine kritische Haltung zum derzeitigen Stand der Planung des Gewerbeareals bezieht, stellen sich Ruth Kellner und Hermann Masuhr hinter das Vorhaben. Die beiden SPD-Vertreter im Donzdorfer Gemeinderat betonen, dass die SPD „immer offen ist für Ideen und Vorschläge der Bürger“. Man unterstütze „sinnvolle, ausgewogene Initiativen jederzeit“, wenn diese dem Wohl der Gemeinde nutzten. Voraussetzung dafür sei aber die Abwägung der Umstände. Kellner und Masuhr stellen ihre Abwägung vor. Sie sehen Grünzäsuren, Erholungsräume und landwirtschaftlichen Flächen auf der einen Seite. Dem gegenüber stehen die hohe Auspendlerquote, sinkende Einwohnerzahlen und sinkende Gewerbesteuereinnahmen.

Das Ziel der Initiative sind 1000 Unterschriften

Die SPD-Vertreter erinnern an die gute Infrastruktur Donzdorfs und des Verwaltungsverbandes. Das Niveau sei nicht ohne hohe Einnahmen zu halten. Es fehle an innovativen, zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen. Masuhr: „Es müssen Flächen zur Verfügung gestellt werden, auf denen diese Wertschöpfung möglich wird. Dies ist durch den Anbau von Mais nicht zu erreichen.“ Kellner und Masuhr weisen darauf hin, dass die vorgesehene Fläche kein Naherholungsgebiet ist, sondern seit Jahren überwiegend mit Monokulturen bewirtschaftet wird. „Eine Ansiedlung von kontrolliert umweltverträglichen Firmen mit hohem Arbeitsplatzangebot fördert die Finanzen, bringt neue Einwohner und leistet einen Beitrag zum Umweltschutz durch kurze Wege zur Arbeit“, finden die Donzdorfer SPD-Vertreter.

Die BI berichtet indes von einer großen Nachfrage am Infostand beim Wochenmarkt. „Wo kann man unterschreiben?“, sei die häufigste Frage gewesen. Die BI gegen den Gewerbepark sammelt Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Simone Flohr, eine der Initiatorinnen, zeigt sich mit 94 Unterschriften mehr als zufrieden. Nadja Müller kündigt in der Mitteilung an: „Unser Ziel sind 1000 Unterschriften, auch wenn wir nur 600 erreichen müssen. Wir wollen auch eine klare Botschaft mit der Anzahl der Unterschriften setzen.“

In dem Gebiet hat es archäologische Funde gegeben

Der Gewerbepark Lautertal soll eine Gesamtfläche von 28 Hektar erhalten. Bisher wird das Areal weitgehend landwirtschaftlich genutzt. Für Gewerbeansiedlung sind etwa 22 Hektar vorgesehen. Weil archäologische Funde auf dem Gelände gemacht wurden, wird ein Teil der Flächen unbebaut bleiben.

Das geplante Gewerbegebiet Lautertal wird gemeinsam von Donzdorf, Süßen, Gingen und Lauterstein entwickelt. Wobei Süßen teilweise andere Vorstellungen hat als die Partnerkommunen. Der Zweckverband Gewerbepark besitzt bisher nur einen kleinen Teil der erforderlichen Fläche.

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