Doppelausstellung in Filderstadt Fundstücke aus Garten und Küche

Heinz Peter Fothens Gartenzwerg und Simone Schäffers Radieschenbilder in der Städtischen Galerie Filderstadt Foto: Michael Schmidt/Michael Schmidt

Die beiden Künstler Heinz Peter Fothen und Simone Schäffer präsentieren von Sonntag an Verblühtes und Gebrauchtes in der Städtischen Galerie Filderstadt.

Der Vater des aus dem Rheinland stammenden Künstlers Heinz Peter Fothen hat mal einen Gartenzwerg gegossen, der mit der Zeit verwittert ist. Sein Sohn, der seit fünf Jahren in Reutlingen wohnt, hat die Figur mit einem Hut aus Farn und einem Umhang aus Blüten ausgestattet. So steht der alte (und unverkäufliche) Gartenzwerg nun in der Städtischen Galerie Filderstadt vor einer Wand voller postkartenähnlicher Bilder, die von übrig gebliebenen Radieschen inspiriert sind.

 

Die habe sie zu ernten vergessen, sagt Fothens Künstler-Kollegin Simone Schäffer, die seit langem in Sielmingen lebt und für die Wand voller Bilder (verkäuflich für 25 Euro pro Stück) verantwortlich zeichnet: „Die Radieschen blühen dann“. Gerade bestücken die beiden einen Raum für ihre Doppelausstellung „Wir kennen uns“, die an diesem Sonntag, 19. Januar, eröffnet wird.

Küchenrollen, mit Kaffee gefärbt

Bis der Filderstädter Oberbürgermeister Christoph Traub am Sonntag um 11.15 Uhr die Vernissage in der Städtischen Galerie eröffnet, bis der Leiter der örtlichen Kunstschule, Albrecht Weckmann, seine Laudatio hält und Marc Will Gitarre spielt, ist noch einiges zu tun. Heinz Peter Fothen muss beispielsweise noch mit Kaffee gefärbte Küchenrollen seiner Installation hinzufügen, Simone Schäffer hängt noch Dinge an Wände, Behältnisse aus Holz oder Docht etwa. „Wir sind beide Sammler“, so erklärt die Sielmingerin die Verbindung der beiden Künstler, deren Herangehensweise sich dann aber doch unterscheide. Ihr selbst ginge es ums Zeichnen ihrer Fundstücke und auch ums Archivieren, sagt Simone Schäffer. Hans Peter Fothen bekundet, er wolle Dinge, die er beispielsweise im Garten findet, aus ihrem gewohnten Kontext lösen und das Publikum „damit konfrontieren“, dass er sie anders präsentiert, als man es gewohnt ist. „Die kleine Entdeckung wird groß und erfährt dadurch eine Veränderung in der Sicht“, teilt er mit.

„Geerntetes, Gefundenes, Natürliches, Gebrauchtes, Gestrüpp, Abgestorbenes, Verblühtes, Vertrocknetes, Verwelktes“ verbinde die beiden Künstler ebenso wie die Wertschätzung für diese Dinge, heißt es in einer Mitteilung des Vereins Künstler der Filder. „Die Welt des einen berührt und überschneidet manchmal sogar die Welt des anderen“, heißt es weiter. In der Tat scheint sich der verwitterte Gartenzwerg in der Nähe der Radieschen-Bilder nicht unwohl zu fühlen. Würde er noch über ein intaktes Gesicht verfügen, zeigte es womöglich ein Lächeln.

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