Doppelausstellung in Filderstadt Schale im Rahmen, Fabrik in der Landschaft

In Filderstadt sind Werke von Josef Nadj (links) und Albrecht A. Bopp (rechts) zu sehen. Foto: Künstler der Filder e.V.

In der Ausstellung „zwei x vier“ zeigt die Städtische Galerie Filderstadt von Anfang Mai an Skulpturen von Josef Nadj und Gemälde von Albrecht A. Bopp. Die beiden Künstler verbindet mehr als ihr Wohnort Horb am Neckar.

Um die Jahrtausendwende hat der Horber Künstler Albrecht A. Bopp die Farben Grün und Gelb aus seinem Werk verbannt. Seitdem malt er seine Außenansichten von Industriebauten in blassen Blau- Rot- und Grautönen. Mit einer Ausnahme: In seinem Bild „Schöne Aussicht III“ von 2016 leuchtet eine Seite eines Fantasieturms gelb, und eine daran angepinnte Fahne, die die Landesflagge von Nordrhein-Westfalen darstellen könnte, zeigt einen grünen Streifen. „Das habe ich für meine Enkelin gemalt“, sagt Bopp. Normalerweise bevorzuge er jedoch eine „gleichmäßige Farblichkeit, sodass die Gebäude in der Landschaft nicht mehr auffallen“.

 

In gewisser Weise verbindet ihn diese Vorgehensweise mit seinem Horber Künstlerkollegen Josef Nadj. Dessen schwarze Steinschale im schwarzen trapezartigen Rahmen ziert gemeinsam mit einem von Bopp gemalten Industriebau die Einladungskarte zur „zwei x vier“ betitelten Doppelausstellung in der Städtischen Galerie Filderstadt (Bonländer Hauptstraße 32/1), die am Sonntag, 4. Mai, um 11.15 Uhr mit einer musikumrahmten Vernissage eröffnet wird.

Der Stein empfiehlt die Form

Josef Nadj hat seine Schalen-und-Rahmen-Begegnung „Kontrafaktische Konstellation“ genannt, weil der Entstehungsprozess der Skulptur ganz anders und weniger organisch verlaufen sei, als zunächst geplant: Normalerweise arbeite der Bildhauer Nadj nämlich vom Besuch im Steinbruch an nach einem Prinzip, das er so umschreibt: „Ich suche die Form, die der Stein anbietet.“ Aber bei der Arbeit an der „Kontrafaktischen Konstellation“ seien Verschiebungen zweier Einzelteile um einige Zentimeter erforderlich geworden, um zu einem „guten Ergebnis“ zu gelangen.

Josef Nadjs Schale und ihr Rahmen bilden eine Einheit, so ähnlich wie Albrecht A. Bopps Fabriken mit dem Himmel verschmelzen. „Jede neue Konversation mit einem Rohsteinstück bleibt für Josef Nadj ein Abenteuer auf dem Weg zum Ergebnis“, teilt der Verein Künstler der Filder mit, der die Doppelschau organisiert.

Auch bezüglich der blau-rot-grauen Gemälde von Albrecht A. Bopp hat der Verein eine interessante Interpretation geschickt: „Das Geheimnis seiner Kunst liegt in der Malmethode, die farblich eine Identität zwischen Natur und Technik herstellt.“ Tiefer gehende Analysen sind von der Kunstexpertin Margrit Kinsler zu erwarten, die bei der Vernissage nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Christoph Traub die Laudatio hält. Anschließend spielt Nicola Witzmann Geige, und Patrick Meier spielt Klavier.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Ausstellung Filderstadt Kunst