Der Esslinger Gemeinderat hat den Doppelhaushalt für 2026 und 2027 beschlossen. Die Finanzlage ist schwierig – doch es gibt auch positive Nachrichten.

Es war ein zähes Ringen: Wochenlang haben die Stadträtinnen und Stadträte im Esslinger Gemeinderat und seinen Ausschüssen darüber diskutiert, was Esslingen sich in den kommenden Jahren noch leisten kann und will. Die erwarteten rückläufigen Einnahmen und steigenden Ausgaben haben die Haushaltsberatungen nicht einfacher gemacht. Doch nun sind die Weichen gestellt: In seiner Sitzung am Montag hat der Gemeinderat den Doppelhaushalt für die Jahre 2026 und 2027 mit großer Mehrheit verabschiedet.

 

Trotz der schwierigen Finanzlage konnten die Stadträte nun doch einen deutlich positiveren Etat für die kommenden zwei Jahre verabschieden als zunächst befürchtet. Zwar wird der Esslinger Haushalt im Jahr 2026 wie erwartet nicht ausgeglichen sein, doch das Minus ist mit prognostizierten 16,5 Millionen Euro deutlich niedriger als das noch im Oktober erwartete Defizit von 24,7 Millionen Euro.

Esslingen erwartet 2027 überraschendes Haushaltsplus

Für 2027 rechnet die Stadt inzwischen sogar mit einem Plus von 2,3 Millionen Euro statt dem anvisierten Minus von 2,1 Millionen Euro. Das liegt allerdings laut Stadtverwaltung vor allem an der positiveren Prognose der Einnahmen aus Umsatz- und Einkommenssteuer bei der Herbststeuerschätzung.

Zudem fallen die erstmals seit 2013 wieder geplanten Kreditaufnahmen deutlich geringer aus, als zunächst vorgesehen: Statt der im Entwurf veranschlagten 28 Millionen Euro für das Jahr 2026 sind jetzt nur noch Kreditaufnahmen in Höhe von fünf Millionen Euro vorgesehen. Für 2027 rechnet die Stadt mit einem Kreditbedarf von nur noch zehn Millionen statt der ursprünglich anvisierten 15 Millionen Euro. Das wiederum ergibt sich laut Stadtverwaltung vor allem aus der Möglichkeit, das Sondervermögen des Bundes nun doch sofort abrufen zu können und nicht erst innerhalb eines Zeitraums von zwölf Jahren wie zunächst vorgesehen. In Esslingen rechnet man mit knapp 50 Millionen Euro aus diesem Topf.

Esslingen plant Stellenabbau: 200 Jobs bis 2030 gestrichen

Um den steten Anstieg der Ausgaben zu begrenzen, sind in den kommenden Jahren Kürzungen bei Personal- und Sachkosten vorgesehen. Unter anderem sollen bis 2030 rund 200 Stellen in der Stadtverwaltung gestrichen werden.

Der Schuldenstand wird wohl steigen: von derzeit 49,7 Millionen Euro auf 69,1 Millionen Euro im Jahr 2026 und 74,4 Millionen Euro im Jahr 2027.

Mit sechs Gegenstimmen (Linke/FÜR und AfD) stimmte der Gemeinderat dem Doppelhaushalt mehrheitlich zu.