Doppelmord in Bretten Ermittlungen werden eingestellt

Auf diesem Gartengrundstück hatte die Polizei die toten Eheleute am 31. Juli 2014 gefunden. Foto: dpa
Auf diesem Gartengrundstück hatte die Polizei die toten Eheleute am 31. Juli 2014 gefunden. Foto: dpa

Nach dem Fund eines toten Ehepaars aus Stuttgart vor einem Jahr auf einem Gartengrundstück in Bretten (Kreis Karlsruhe) stellt die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen ein. Die Behörde geht davon aus, dass der ebenfalls tote Sohn seine Eltern getötet hat.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart/Bretten - Der Doppelmord von Bretten (Kreis Karlsruhe) hat die Ermittlungsbehörden ein Jahr lang beschäftigt: In Thailand fand im Juli 2014 ein Beerensammler die Leiche eines 34-Jährigen aus Deutschland. Als Polizisten den Eltern in Stuttgart die Todesnachricht überbringen wollte, entdeckten sie die Leichen des Rentnerpaares vergraben auf einem Gartengrundstück der Familie in Bretten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat die Ermittlungen nun eingestellt. Die Behörde geht davon aus, dass der Sohn die Eltern bereits im November 2013 getötet hat, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. Wie und warum, konnten die Ermittler allerdings nicht klären.

Es gebe „keinen Hinweis“ darauf, dass der Sohn bei der Tötung seiner Eltern einen Komplizen hatte, sagte die Sprecherin. Er habe nach dem Verschwinden der Eltern einem Nachbarn erzählt, dass er die Mutter zu sich genommen und den Vater in eine Klinik gebracht habe, wo dieser keinen Besuch wünsche. Seinem Partner habe er dagegen gesagt, dass er seine Eltern in einem Seniorenheim untergebracht habe. Bei der Post richtete er einen Nachsendeauftrag zu sich nach Hause ein, damit der Briefkasten nicht überquillt, wie die Sprecherin sagte.

Wo die Eltern ermordet wurden, konnte die Staatsanwaltschaft nicht feststellen. Bereits im vergangenen Jahr teilten die Ermittler allerdings mit, dass die Leichen mit dem Auto der Eltern transportiert worden waren. Das Auto hatte der Sohn demnach verkauft. Die Leichen waren letztlich einen Meter tief auf dem nur über Feldwege erreichbaren Garten vergraben worden.

Woran Sohn gestorben ist, ist weiter unklar

Der Sohn reiste im Februar nach Thailand, wo ihn sein Partner im Juni besuchte. Damals sei der 34-Jährige sehr krank gewesen und habe gestützt werden müssen, teilte der Mann demnach später den Ermittlern mit. Woran der Sohn letztlich gestorben ist, ließ sich nach Aussage der Staatsanwaltschaft nicht klären. Entweder soll er an seiner Erkrankung gestorben sein oder sich selbst getötet haben. Als er im Juni starb, lebte er im Nationalpark Khao Yai im Dschungel in einem Zelt. Daneben wurde auch eine Crystal-Meth-Pfeife gefunden.

An den Ermittlungen zum Tod des 34-Jährigen hatten sich auch höchste offizielle Stellen beteiligt. So wirkte etwa ein Verbindungsbeamter des Bundeskriminalamtes in Thailand mit. Auch das Auswärtige Amt wurde aktiv.

Unsere Empfehlung für Sie