Der mutmaßliche Doppelmörder von Albstadt hat offenbar Suizid begangen. Der 46-Jährige wurde am frühen Morgen erhängt in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart gefunden.

Der mutmaßliche Doppelmörder von Albstadt hat offenbar Suizid begangen. Der 46-Jährige wurde am frühen Morgen erhängt in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Stuttgart gefunden. 

Albstadt/Hechingen - Mehr als fünf Monate nach dem Mord an einem Rentner-Ehepaar in Albstadt (Zollernalbkreis) hat sich der mutmaßliche Täter selbst getötet. Der 46-Jährige sei am frühen Montagmorgen erhängt in seiner Zelle im Gefängnis Stuttgart-Stammheim gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Die Obduktion habe keine Anhaltspunkte auf ein Fremdverschulden ergeben.

Das Verfahren gegen den Tatverdächtigen war vergangene Woche eröffnet worden. Für Ende September war der Beginn der Hauptverhandlung angesetzt. Dieser sowie alle Folgetermine wurden gestrichen. Der 46-Jährige sei der einzige Tatverdächtige in dem Mordfall gewesen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Anhaltspunkte etwa auf Komplizen habe es nie gegeben.

Standardmäßig würde die Staatsanwaltschaft noch wegen des Suizids ermitteln, weil es sich um einen nicht-natürlichen Tod handelte. Hinweise wie etwa die Verletzung der Aufsichtspflicht durch das Gefängnispersonal hätten sich bislang nicht ergeben.

Mutmaßlicher Täter hebt Geld von Konto des Opfers an

Die beiden Opfer waren zwischen dem 21. März und dem 24. März durch Messerstiche und massive Gewalteinwirkung gestorben. Der 81-jährige Unternehmer und seine 77 Jahre alte Ehefrau waren am 24. März tot in ihrem Haus gefunden worden, nachdem die Kinder der Opfer vergeblich versucht hatten, ihre Eltern zu erreichen. Eine Sonderkommission der Polizei befragte in den Wochen nach der Tat rund 500 Menschen und ging mehr als 300 Hinweisen nach.

Ein Zeuge brachte die Fahnder schließlich auf die richtige Spur: Der mutmaßliche Doppelmörder war zwei Tage vor der Tat und am Morgen des Leichenfunds mit dem Wagen des 81-jährigen Opfers zu einer Sparkasse gefahren und hatte dort maskiert Geld abgehoben. In einer der Filialen wurde er dabei beobachtet. Der 46-Jährige wurde schließlich Anfang April festgenommen. Bei einem Verhör hatte er keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht.