#Dorfkinder Viel Spott für Kampagne von Agrarministerin Julia Klöckner

Von red/dpa 

Das Bundeslandwirtschaftsministerium will das Landleben in einer neuen Kampagne pushen. Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken unter dem Hahstag #Dorfkinder lassen nicht lange auf sich warten – allerdings eher nicht so wie erwünscht.

Julia Klöckner hat sich die Reaktionen auf ihre neue Kampagne wohl etwas anders vorgestellt. Foto: dpa/Paul Zinken
Julia Klöckner hat sich die Reaktionen auf ihre neue Kampagne wohl etwas anders vorgestellt. Foto: dpa/Paul Zinken

Berlin - „Dorfkinder haben den Dreh raus“, „Dorfkinder sind zur Stelle. Da, wo man sie braucht“, oder auch „Dorfkinder behalten das ganze Team im Blick“: Das Bundeslandwirtschaftsministerium will mit einer Kampagne für den ländlichen Raum werben. Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) bekommt dafür aber auch Gegenwind.

Wie aus Zahlen des dpa-Monitoringdienstes Buzzrank hervorgeht, brachte es der Hahstag #Dorfkinder von Sonntagabend bis Dienstagmittag auf mehr als 27.000 Tweets. Sie kamen von etwa 16.000 Nutzern. Darunter war auch einiger Spott, der sich zum Beispiel auf schlechtes Internet auf dem Land, schlechte Busanbindungen oder fehlende Freizeitangebote für Jugendliche bezieht.

Schuss geht nach hinten los

Klöckner hatte am Sonntagabend bei Twitter einige Bilder gepostet, darunter zum Beispiel von freiwilliger Feuerwehr und Jungs mit Fußballtrainer - dazu der Hashtag #Dorfkinder.

Unter #Dorfkinder sollen demnach positive Beispiele und neue Ansätze der ländlichen Entwicklung gesammelt werden: „Wir haben allen Grund stolz zu sein auf unsere ländlichen Regionen, aber es bleibt teilweise auch noch einiges zu tun“, lautet eine Erklärung auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Tatsächlich bekam der Hashtag in den ersten Tagen einige Aufmerksamkeit – wohl aber nicht nur so, wie Klöckner es wünschte.

Kein Kampf gegen die Städter

„Danke für die Aufmerksamkeit, denn darum geht es uns: Die Dörfer ins Gespräch bringen“, twitterte das Ministerium mit Blick auf positive und negative Reaktionen. Man wolle Dorfkinder und ehrenamtlich Engagierte unterstützen, „um gemeinsam etwas zu verbessern“. Später hieß es noch nach einiger Kritik: „Was wir nicht wollen: Dorf vs. Stadt ausspielen“.

Die Kolumnistin und Autorin Sophie Paßmann („Alte Weiße Männer“) schrieb, bei ihr auf dem Dorf habe es einen gegeben, der immer, wenn er besoffen gewesen sei, den Hitler-Gruß gemacht habe. Der Journalist Nils Markwardt („Philosophie Magazin“, Autor für „Zeit Online“ und Deutschlandfunk) twitterte am Montag medienkritisch: „Nummern wie #Dorfkinder sind hier mittlerweile nach 5-6 Stunden komplett durchverhandelt. Wenn jetzt die Redaktionen bis 18 Uhr den abschließenden Debatten-Nachspüressay liefern, können wir hier auch alle pünktlich Feierabend machen. Ich finds ‚ne runde Sache.“