Doris Staudt aus Rutesheim Aqua Fitness – ein Hauch von Club-Urlaub

Leonberg oder Gran Canaria? Doris Staudt leitet ihre Aqua-Fitness-Kurse mit viel Engagement. Foto: Andreas Gorr

Doris Staudt leitet seit 30 Jahren das Fitness bei den Wasserfreunden Leonberg – eigentlich konnte sich die Rutesheimerin den Einstieg nicht vorstellen.

Leonberg: Flemming Nave (nave)

Doris Staudt erinnert an eine Animateurin im Robinson-Club auf Gran Canaria. Bunte Turnschuhe, Sonnenbrille, energiegeladene Musik aus dem Lautsprecher und nicht zuletzt das breite Grinsen und die mitreißende Ausstrahlung.

 

Doch während die meisten dieser Urlaubsbegleiter noch keine 30 Jahre alt sind, feiert die Abteilungsleiterin der Aqua-Fitness bei den Wasserfreunden Leonberg in diesem Jahr nicht nur ihr 30-Jahr-Jubiläum im Verein, sondern auch das der von ihr gegründeten Abteilung.

Heidrun Buck, ehemalige Breitensportwartin bei den Wasserfreunden, hatte sie als Kursleiterin zu den Wasserfreunden holen wollen. „Das konnte ich mir damals nicht vorstellen, aber ich habe gesagt: Ja gut, okay, ich mache die Ausbildung“, erinnert sich Doris Staudt an ihre Anfänge. Mittlerweile ist sie Inhaberin von mehr als zehn verschiedenen Lizenzen und bildet sich immer noch regelmäßig weiter.

Power-Frau am Beckenrand: Doris Staudt Foto: Andreas Gorr

Zum Umdenken brachte sie damals ein Informationstag der amerikanischen Sportprofessorin Mary Sanders, die an der renommierten Universität Stanford lehrte. „Das war so sensationell, dass ich sofort bei ihr die Ausbildung gemacht habe“, schwärmt Doris Staudt. Aqua-Fitness unterscheide sich von der klassischen Wassergymnastik „um Welten“, erklärt sie.

Das Freibad-Wasser hat 24 Grad

Im Training spürt man: Es geht dynamisch zu, viele Übungen finden ohne Bodenkontakt statt, der Wasserwiderstand fordert die Muskulatur deutlich. Normalerweise findet das Training in der Lehrsporthalle in Rutesheim statt, gelegentlich weicht die Gruppe auf das Leobad aus. Hier muss Staudt ihr Programm anpassen, wie sie erklärt: „Das Wasser hat nur 24 Grad, im Hallenbad sind es 30. Da kann ich auch langsamere Übungen mit statischen Bewegungen machen. Im Freibad ist es etwas anders, da brauche ich Musik mit mindestens 128 Beats, mit denen ich die Leute gut durchbewege, damit sie nicht frieren.“

Die Kurse sind hervorragend gebucht – es besteht sogar eine Warteliste. Foto: Andreas Gorr

Anfänglich wurde das Angebot durch die Krankenkasse gefördert, doch als die Zuschüsse wegfielen, begann Staudt ihren Bereich auszubauen. Mit Erfolg, aktuell zählt die Abteilung mehr als 300 Mitglieder, Staudt schätzt sie als die größte der Region ein – und es ginge sogar noch mehr. Staudt erzählt: „Man könnte mehr anbieten, aber es fehlt uns einfach an Wasserfläche. Nachfrage gibt es genug. Ich muss jeden Tag ein oder zwei Leute abweisen, die gerne im Wasser Sport machen würden.“

Auch Autor Flemming Nave traute sich ins Becken. Foto: Andreas Gorr

Auch eine Warteliste führe sie bereits, ihre Abteilung ist vollständig ausgebucht. Doris Staudt schätzt den Vereinscharakter enorm. Es gibt kein Kurssystem, zur Teilnahme an den Einheiten bedarf es nur einer Mitgliedschaft im Verein. Manche ihrer Teilnehmer seien bereits von Anfang an dabei und dennoch sei keine Einheit wie die andere. Für ihre Mitglieder steht Doris Staudt insgesamt zwölf Stunden die Woche am Beckenrand, dreimal gibt sie spezielle Reha-Kurse für Betroffene von Krebs, Lymph- und Lipödem-Erkrankungen sowie rheumatischen und anderen orthopädischen Beschwerden.

Trockenübungen im Stuhl: Doris Staudt macht die Übung an Land vor. Foto: Andreas Gorr

Unterstützung erhält sie von Trainer-Kollegin Petra Brunner, eine weitere große Hilfe sei auch die gute Zusammenarbeit mit Hauptamtsleiter Martin Killinger im Rutesheimer Rathaus, wie Staudt betont. Das hohe Stundenpensum verlangt der Abteilungsleiterin, die zudem jede Woche zehn Reha- und Gymnastikeinheiten beim SV Leonberg/Eltingen anbietet, einiges ab. Sie erzählt von den späten Abendterminen unter der Woche oder den sechs Einheiten, die samstagvormittags anbietet.

Doris Staudt hält sich auch mit Laufen fit

All das, während sie sich selbst noch mit Laufsport fit hält. Doch der Einsatz für ihre Mitglieder macht ihr Spaß, wie sie gut gelaunt verrät: „Wenn ich sehe, dass die Leute Spaß haben, ist das für mich eine Motivation“. Ihre Teilnehmer loben neben der mitreißenden Art der Übungsleiterin und der gelungenen Musikauswahl vor allem ihre fachliche Kompetenz und ihr Feingefühl im Rehasport, wo sie ein gutes Gespür für die Beschwerden der Teilnehmer zeige.

Dieses Standbein der Abteilung möchte Doris Staudt gerne ausbauen. „Mal gucken, was die Zukunft bringt“, strahlt sie. Ganz eindeutig hat die motivierte Übungsleiterin auch nach 30 Jahren noch nicht genug.

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