Doro Moritz erhält den Verdienstorden Das Ehrenamt als eigene 40-Stunden-Woche

Von Kathrin Klette 

Für ihr großes Engagement hat Doro Moritz den Verdienstorden des Landes erhalten.

Seit fast 40 Jahren lebt Doro Moritz in Heimsheim. Nicht nur hier ist die engagierte 61-Jährige für die Allgemeinheit aktiv. Foto: Andreas Gorr
Seit fast 40 Jahren lebt Doro Moritz in Heimsheim. Nicht nur hier ist die engagierte 61-Jährige für die Allgemeinheit aktiv. Foto: Andreas Gorr

Heimsheim - Was haben „Hannes und der Bürgermeister“, der ehemalige Fußballer Cacau, Schauspieler Richy Müller und die Heimsheimerin Doro Moritz gemeinsam? Richtig: Sie alle haben den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg erhalten. 22 Persönlichkeiten durften sich über die besondere Auszeichnung freuen, die Menschen für außergewöhnliches Engagement und ihre Verdienste fürs Ländle bekommen.

Im Fall von Doro Moritz geht dieses Engagement weit über die Grenzen des Selbstverständlichen hinaus. Das Wort Powerfrau ist ihr wie auf den Leib geschrieben. Die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW ist nicht nur beruflich, sondern auch privat fast rund um die Uhr für ihre Mitmenschen im Einsatz. In ihrer Heimatstadt Heimsheim war sie die Mitbegründerin der Initiative für Kinder und Jugendliche und ist noch immer viel im dortigen Bildungsnetzwerk aktiv und, ganz „nebenbei“, noch im Vorstand des örtlichen Tennisclubs. Für all das hat sie nun die Anerkennung des Landes Baden-Württemberg erhalten.

2016 Wiederwahl zur GEW-Vorsitzenden

Ans Aufhören denkt die 61-Jährige noch lange nicht. Erst 2016 ließ sie sich erneut für das Amt der GEW-Vorsitzenden aufstellen. „Das stand für mich nie infrage“, verrät sie. Und für die GEW mit Hinblick auf das klare Wahlergebnis anscheinend auch nicht. „Die Wahlperiode endet 2020, wenn ich in Pension gehe. Ich weiß noch gar nicht, was ich dann mache“, witzelt sie.

Wobei sich da sicher so einiges finden wird, schließlich bekäme sie mit ihren außerberuflichen Aktivitäten vermutlich noch einmal eine eigene 40-Stunden-Woche zusammen. „Ich sehe das auch ein bisschen als eine Schwäche von mir, dass ich es nicht schaffe, für mich selbst mehr Zeit zu finden.“ Trotzdem habe sie ihren jahrelangen intensiven Einsatz nie infrage gestellt.

Von der Auszeichnung habe sie nichts geahnt, ihre Töchter hätten absolut dicht gehalten, erzählt sie. „Ich bin auch nicht der Typ, der sagt: Ich bin etwas Besonderes unter den vielen, die auch ehrenamtlich aktiv sind.“ Dennoch habe sie sich sehr über den Verdienstorden gefreut. „Ich sehe das auch als eine Anerkennung für all die Frauen, die sich mit mir zusammen bei vielen Projekten eingebracht haben.“