Downhill-Strecke Stuttgart Die Spechte sind weg, bald geht es abwärts

Von jül 

Seit Montag wird nun offiziell an Stuttgarts erster legaler Downhill-Strecke von Degerloch durch den steilen Hangwald hinab nach Heslach gebaut. Im Oktober könnten sich die ersten Sportler auf ihren Bikes die 1,02 Kilometer lange Strecke zu Tal stürzen.

Erste Spuren im Hang: Baustart an der Downhill-Strecke. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Erste Spuren im Hang: Baustart an der Downhill-Strecke. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Der Bagger steht dekorativ im Wald das Werkzeug liegt akkurat daneben, es kann also losgehen. Seit Montag wird nun offiziell an Stuttgarts erster legaler Downhill-Strecke von Degerloch durch den steilen Dornwald hinab nach Heslach gebaut. Im Oktober, so hofft Günther Kuhnigk, könnten sich die ersten Sportler auf ihren Bikes die 1,02 Kilometer lange Strecke über 120 Höhenmeter zu Tal stürzen. „Wenn alles glatt geht“, schiebt der Leiter des Sportamts hinterher.

175 000 Euro lässt sich die Stadt die Strecke kosten

Das ist bei diesem Projekt mehr als ein frommer Wunsch, denn glatt ging bei der Downhill-Strecke bisher nur wenig. Gut zehn Jahre wird in der Stadt bereits um die Strecke gerungen. Das Interesse der Radsportler konkurrierte mit dem Naturschutz und mit der Sorge der Bürger, von den talwärts bretternden Radlern verletzt zu werden. Die Fronten waren verhärtet, die Mountainbiker organisierten sich in der AG Downhill Stuttgart und zogen schließlich die Stadt auf ihre Seite. 175 000 Euro lässt sich Stuttgart die Errichtung einer Art Erlebnisstrecke für Adrenalin-Junkies kosten. Von unterhalb des Albplatzes bis in die Nähe des Eiernests werden jetzt 23 Streckenelemente und Aufprallmatten in den Wald integriert. Abwärts geht es über kernig beschriebene Abschnitte Wallride, Gap, Drop oder Step und über eine eigens errichtete Holzbrücke an einer Stelle, an der sonst ein Spazierweg hätte gequert werden müssen. Begonnen wird der Bau jetzt mit einer Startrampe unterhalb der Helene-Pfleiderer-Straße. „Ich bin sehr froh, dass das Projekt jetzt auf Baustelle ist“, sagt Günther Kuhnigk.

Die Radfans fühlten sich hingehalten

Nicht nur er – auch die Radfans atmen auf, nachdem sie im März noch einen Rückschlag hinnehmen mussten. Schon damals hätte der Baustart erfolgen sollen, Vogelschützer entdeckten aber neben der geplanten Strecke seltene Spechte, die auch zu brüten schienen. Da die Tiere geschützt sind, wurde der Baustart verschoben, was im Frühjahr für heftigen Ärger sorgte. Die Radfans fühlten sich hingehalten. Jetzt sind die Spechte flügge, es kann gebaut werden. „Endlich entsteht mit der Strecke eine legale Möglichkeit für Downhill-Fahrer, ihren Sport in der Landeshauptstadt auszuüben“, sagte Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU), zufrieden darüber, dass der Baustart jetzt erfolgt ist.

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