Dr. Marlene Westmeier Auf welchen Grundlagen treffen Sie Ihre Entscheidung?

Von Daniela Eichert 

Auf welchen Grundlagen treffen Sie Ihre Entscheidung?

Die Schwestern schreiben ein Protokoll über jedes Baby drogenabhängiger Eltern. Darin wird genau vermerkt, woran es mangelt, was überprüft werden muss. Sollte etwas schiefgehen, können wir aber auch schnell eingreifen und das Kind aus der Familie holen. Uns ist es wichtig, die Eltern bereits auf Station in die Pflege ihres Kindes einzubinden. Die Schwestern beobachten sehr genau, wie zuverlässig diese dabei sind, ob sie sich die Essenszeiten des Säuglings merken, wie sehr sie sich verantwortlich fühlen oder fähig sind, Zuwendung zu schenken.

Und wenn Eltern sich gänzlich aus der Verantwortung stehlen?

So weit es die Zeit unserer Schwestern zulässt, tragen sie die Neugeborenen auch umher oder binden sie in Tücher gewickelt um und verrichten so ihre Arbeit. Anders, als durch diese körperliche Nähe sind die Babys oftmals gar nicht ruhig zu bekommen. Doch die meisten Mütter sind bemüht, alles gut zu machen. Das Kind bedeutet für sie auch eine Chance für einen Neuanfang.

Außer diesen Unruhezuständen - was sind sonstige Zeichen des Entzugs bei den Neugeborenen?

Meist werden die Säuglinge 48 bis 72 Stunden nach der Geburt auffällig. Die Symptome des Entzugs, den die Kleinen durchmachen müssen, sind ähnlich wie bei Erwachsenen. Die Atmung ist erschwert, Stuhlprobleme treten auf, Unruhezustände, Schlaflosigkeit, Fieber, Temperaturabfall, zittern und schlimmstenfalls Krampfanfälle können vorkommen.