Dr. Marlene Westmeier Manche Babys rutschen durchs soziale Netz

Von Daniela Eichert 

Erfahren Sie von allen Babys drogenabhängiger Eltern oder rutschen manche durchs engmaschige Netz?

Es gibt eine hohe Dunkelziffer. Seit 1996 führe ich eine Statistik. Demnach behandeln wir in Stuttgart durchschnittlich zwischen zehn und 20 Babys drogenabhängiger Eltern im Jahr. Deutschlandweit sind 40.000 bis 60.000 Frauen in Deutschland drogenabhängig. Schätzungsweise werden genauso viele Kinder in Drogenfamilien groß.

Wenn wir vom Substitutionsarzt oder behandelnden Gynäkologen schon vor der Geburt von der Schwangeren erfahren, hilft uns das sehr. Dann kommt die Betreffende schnellstmöglich in ein Drogenschutzprogramm mit Methadongabe und damit meist auch weg von der Straße.

Wie schöpfen Sie Kraft aus dem, was Sie tun? Denn die brauchen Sie für Ihren Beruf sicher…

Ich freue mich immer noch jeden Morgen auf meine Arbeit, bin nach wie vor von Säuglingen und deren schneller Entwicklung fasziniert, kann etwas ändern und bewirken. Wenn ich in die Ambulanz komme und sehe, es geht den Mädchen und Jungen emotional und körperlich gut, das reicht mir vollkommen aus, da bekomme ich so viel zurück.

"Der Spruch 'die beste Droge für den Menschen, ist immer noch der Mensch', könnte für meinen Beruf kaum passender sein."