Dreh des neuen Stuttgart-„Tatort“ Wie die Neue Weinsteige in Freiburg entsteht

Von bb 

„Zu Stuttgart fallen mir zwei Sachen ein: Autoindustrie und Stau“, sagt Tatort-Regisseur Dietrich Brüggemann. In seiner „Tatort“-Folge „Stillstand“ spielt daher die Neuen Weinsteige eine Hauptrolle – oder besser ihr Freiburger Double.

Dies ist die echte Weinsteige in Stuttgart. In Freiburg wird sie nun nachgebaut – in einer Messehalle Foto: SWR
Dies ist die echte Weinsteige in Stuttgart. In Freiburg wird sie nun nachgebaut – in einer Messehalle Foto: SWR

Stuttgart - Im neuen Stuttgart-„Tatort“ „Stillstand“ ermittelt das Kommissaren-Duo Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) natürlich wegen einer Leiche, doch die heimliche Hauptrolle spielt Stuttgarts Panoramastraße Neue Weinsteige – und der Stau auf selbiger.

Täglich passieren etwa 45.000 Fahrzeuge die kurvenreiche Strecke von Degerloch in den Stuttgarter Talkessel und wieder hinaus, wenn der Verkehr läuft. Und das ist bekanntermaßen oft genug nicht der Fall. „Zu Stuttgart fallen mir zwei Sachen ein: Autoindustrie und Stau“, bringt es Dietrich Brüggemann, der in „Stillstand“ Regie führte, in einem Beitrag des SWR-Fernsehens auf den Punkt.

„So einen Abend zwei Stunden auf der Weinsteige mit Mordspanoram kriegt man in keiner anderen deutschen Stadt“, findet Brüggemann und umreißt damit auch schon die wichtigsten Bestandteile seines Krimis. Zusammen mit Daniel Bickermann zeichnet er auch für das Drehbuch verantwortlich, in dem ein junges Mädchen den Tod findet. Doch Lannert und Bootz stehen auf der Weinsteige im Stau und mit ihm wohlmöglich auch der Mörder?

Mauer aus Holz und Styropor

Da der SWR für die Dreharbeiten die 1831 nach den Plänen von Eberhard von Etzel eröffnete Panoramastraße kaum tagelang sperren konnte, wurde ein Teil der Verkehrsader in einer Messehalle in Freiburg detailgenau nachgebaut. Größtenteils aus Holz und Styropor besteht der Nachbau der Steinmauer, die den Hang oberhalb der Fahrbahn Richtung Stadt vor dem Abrutschen sichert. Allein zwei Wochen Handarbeit mit Pinsel und Farbe seien laut Klaus Graf von der SWR Baubühne nötig gewesen, um den Steinen das realistische Aussehen zu verpassen. Eine gigantische Bluebox zeigt später im Film das Panorama des nächtlichen Stuttgarts. Fertig ist die Illusion. „Wenn wir’s gut machen, wird es hinterher keiner merken“, ist sich Regisseur Brüggemann sicher.

Bootz-Darsteller Felix Klare zeigt sich bei den Dreharbeiten schon fast amüsiert: „In der Fahrradstadt Freiburg drehen wir einen Autostau in Stuttgart.“ Und Richy Müller ist froh darüber, nicht auf der tatsächlichen Weinsteige frieren zu müssen.

Das Publikum bekommt den neuen Stuttgart-„Tatort“ zum ersten Mal auf dem SWR-Sommerfestival am 2. Juli auf dem Schlossplatz zu sehen. Die Anreise mit Bus und Bahn empfiehlt sich.

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