Drei Kreuzbandrisse Personalmangel bei den Fußball-Frauen des TSV Münchingen
Die Verbandsliga-Fußballerinnen des TSV Münchingen starten beim SV Musbach in die Rückrunde – Trainer Mete Duman sorgt sich allerdings wegen der dünnen Personaldecke.
Die Verbandsliga-Fußballerinnen des TSV Münchingen starten beim SV Musbach in die Rückrunde – Trainer Mete Duman sorgt sich allerdings wegen der dünnen Personaldecke.
Mete Duman schaute ziemlich erstaunt. Martin Haußer, der stellvertretende Fußball-Abteilungsleiter des TSV Münchingen, hatte den Trainer der Frauen-Mannschaft am Mittwoch vor zwei Wochen mit den Worten auf dem Sportgelände begrüßt: „Und? Bist du schon wieder eingestellt worden?“
Duman war nicht im Bilde, dass tags zuvor irgendjemand via Social Media platziert hatte, dass der Club sämtliche Fußball-Trainer entlassen habe. „Ich habe die Ironie deshalb nicht verstanden“, erzählte der 45-Jährige. Wahr war lediglich, dass der TSV Herren-Coach Sahin Üste entlassen hatte und Gianluigi Rufrano, der Coach der Reserve, deshalb freiwillig zurückgetreten war.
Die Fußballerinnen waren in keiner Weise von den Turbulenzen bei den Männern betroffen, Mete Duman musste keine Sekunde Angst um seinen Job haben und konnte sich wie gewohnt um das Vorbereitungsprogramm des Verbandsligisten kümmern. Nach sechs Testspielen (je drei Siege und Niederlagen) steht an diesem Sonntag (13 Uhr) der Start der TSV-Frauen beim SV Musbach auf dem Terminplan. „Wir freuen uns auf das erste Punktspiel seit November und sind bestens gerüstet“, erklärt Mete Duman.
Hört sich zunächst so an als sei alles bestens beim Verbandsliga-Siebten. Ist es aber bei genauerer Betrachtung nicht. „Wir bewegen uns beim Personal auf sehr dünnem Eis“, bemerkt der Münchinger Coach. Gleich drei Stammspielerinnen fehlen nach einem Kreuzbandriss – Spielführerin Jennifer Chrz hat sich schon in der Sommer-Vorbereitung verletzt, Francesca Vitellaro ist nach dem ersten Spiel ausgefallen und bei der Hallenfußball-Gala in Sindelfingen in der Winterpause ist auch noch Cheyenne Kust dazugekommen. Zur Personalnot trägt zudem bei, dass einige Spielerinnen aus beruflichen oder privaten Gründen in der Winterpause aufgehört haben – und vier treten sportlich kürzer, sie haben sich der zweiten Mannschaft in der Landesliga angeschlossen.
Den personellen Notstand muss Mete Dumann allerdings nicht ausrufen. 17 Spielerinnen sind im Verbandsliga-Kader einsatzbereit, und der Coach ist überzeugt: „Das geht schon, das sind ausreichend für den Trainings- und Spielbetrieb.“ Außerdem ist es Duman gewohnt, dass er nur selten aus dem Vollen schöpfen kann – seit der Mann aus Reichenbach/Fils beim TSV im Amt ist, war die Personaldecke immer wieder dünn. Ergo: Der Trainer muss sich über die Aufstellung nicht den Kopf zerbrechen, die Mannschaft stellt sich beinahe von alleine auf. „Da muss ich wenig Gespräche führen und erklären, warum die eine oder andere nicht im Spieltags-Kader auftaucht“, sagt er.
Gegen den Vorletzten aus Musbach, der erst vier Punkte auf dem Konto hat, ist ein Dreier fest eingeplant. Als dankbaren Gegner zum Auftakt würde der 45-Jährige aber den SV nicht ausrufen. „Aus tabellarischer Sicht sieht das so aus, aber wir tun uns oft schwerer, wenn der Gegner unten steht als wenn er weiter oben steht“, sagt Duman. Punkte sammeln, auch wenn das Polster zum Relegationsrang ordentliche zwölf Punkte beträgt, ist erste Fußballerinnen-Pflicht. „Die Liga ist sehr eng und ziemlich ausgeglichen“, mahnt der Coach, „da kann es nach unten wie nach oben schnell gehen.“
Doch Abstiegssorgen muss sich Mete Duman wohl kaum machen – und Zukunftssorgen schon gar nicht: Kürzlich wurde der Vertrag des Frauen-Trainers nach einem recht kurzen Gespräch bereits für die kommende Saison verlängert.