Dreister Dieb in Stuttgart Brauchen Kinderwagen ein Fahrradschloss?

Von Wolf-Dieter Obst 

Dass in der Stadt reihenweise Fahrräder gestohlen werden – das gehört fast schon zum Alltag. Doch auch so manch anderes Gefährt gerät ins Visier der Diebe.

Mit dem Kinderwagen unterwegs – doch wie sicher kann man diesen in der Stadt abstellen? Foto: dpa
Mit dem Kinderwagen unterwegs – doch wie sicher kann man diesen in der Stadt abstellen? Foto: dpa

Stuttgart - Wenn Mütter mit ihrem Kinderwagen unterwegs sind, müssen sie in Stuttgart offenbar auch über Diebstahlschutz nachdenken. Geht es bald nicht mehr ohne Fahrradschloss? Dies zeigt zumindest ein Fall, der sich am Donnerstagnachmittag im Stuttgarter Westen abgespielt hat. Die Polizei sucht hierfür Zeugen.

Eine 40-Jährige hatte ihren leeren Kinderwagen am Donnerstag um 14.55 Uhr auf dem Gehweg vor einem Wohnhaus an der Ecke Vogelsang- und Herderstraße abgestellt, um im Gebäude kurz etwas zu erledigen. „Als sie fünf Minuten später zurückkehrte, war dieser spurlos verschwunden“, sagt Polizeisprecherin Monika Ackermann. Ein Scherzbold, der den Wagen einfach weiter abseits geschoben hatte? Die alarmierte Polizei suchte das blaue Gefährt in der näheren Umgebung – fand aber nichts.

Wo ist das 16 Kilo teure Beutestück?

Bisher konnte niemand ausfindig gemacht werden, der Verdächtiges beobachtet hätte. „Auch in einer gegenüber liegenden Metzgerei hat keiner etwas gesehen“, sagt die Polizeisprecherin. Das Revier in der Gutenbergstraße bittet um Hinweise unter der Telefonnummer 07 11 / 89 90 - 33 00.

Der Kinderwagen ist mehrere Hundert Euro wert und gut 16 Kilo schwer. Für Experten: Dabei handelt es sich um ein Gefährt des Herstellers Hartan Modell Xperia GTX. Eine Woche zuvor hatte es in Konstanz einen ähnlichen Fall gegeben. Dort war das Gefährt während eines Arztbesuchs vor dem Eingang einer Praxis gestohlen worden. Auch dieser Kinderwagen war nicht extra abgeschlossen gewesen.

Die dreisten Diebe nehmen aber nicht nur Mobilitätshilfen der Jüngsten ins Visier, sondern auch Gehhilfen von betagten Menschen. Tags zuvor, am Mittwoch gegen 14.30 Uhr, wurde in Kernen-Rommelshausen (Rems-Murr-Kreis) einer 80-jährigen Frau der Rollator gestohlen, während sie gerade in einem Supermarkt einkaufen war. Die Gehhilfe war vor dem Geschäft abgestellt. Doch offenbar muss man auch Rollatoren an Fahrradständern abschließen: Als die Frau wieder nach draußen kam, war der Rollator spurlos verschwunden.

„Solche Fälle kommen selten, aber immer wieder mal vor“, sagt Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier vom Präsidium Aalen. Am 1. Mai war ein Rollator aus einem überdachten Treppenhaus eines Seniorenheims gestohlen worden. In Rommelshausen war das 80-jährige Opfer glücklicherweise nicht auf sich alleine gestellt. „Die Dame war mit einem Betreuer unterwegs“, sagt Biehlmaier. Wenigstens kam sie so wieder nach Hause in ihre Einrichtung.

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