Drittes Lukasplatz-Fest in Ostheim Sommernachtstraum mit Theater und Musik

Gemütliches Beisammensein: Das Lukasplatzfest hat Foto: Robin Daniel Frommer
Gemütliches Beisammensein: Das Lukasplatzfest hat Foto: Robin Daniel Frommer

Das Lukasplatzfest vor der Lukaskirche in Ostheim ist mit seiner dritten Auflage zu einem Publikumsliebling im Stadtbezirk geworden. Es bietet gemütliches Beisammensein mit Musik und Theater. Veranstalter ist der Kulturtreff Stuttgart-Ost.

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Es wirkt wie gemalt: Die tief stehende Abendsonne überflutet die Rotenbergstraße und den Lukas­platz mit warmem Licht. Schiff und Portal der Lukaskirche und die ebenfalls in Backstein errichteten Wohnhäuser des um 1920 im Stuttgarter Osten entstandenen Viertels erscheinen fast filmreif. Unter den Laubbäumen, die den Lukasplatz grün umrahmen, nehmen Zuschauer Brauereibänke unter weißen Sonnenschirmen ein.

Es ist bereits nach 20 Uhr, als das kleine Ensemble des ansonsten in der nahen Haussmannstraße beheimateten Theaters Tredeschin auf den Stufen der Lukaskirche mit „Zettels Sommernachtstraum“seine zweite Vorführung startet. Es ist eine sehr frei nach Shakespeare inszenierte Komödie – mit einer Vielzahl von rasch angedeuteten Kostümwechseln und einer Fülle unterschiedlichster Rollen, die vor allem ein reiferes Publikum anlockt.

Die Bremer Stadtmusikanten als Puppen

Am Nachmittag, beim ersten Auftritt der Compagnie mit den „Bremer Stadtmusikanten“, waren zumindest die ersten Zuschauerreihen noch ganz besetzt: Beim Klassiker der Gebrüder Grimm drängten sich staunende Dreikäsehochs direkt vor der winzigen Bühne. Sie verfolgten haargenau, was Hexe (Tanja Kunze), Bürgermeister (Michael Kunze) und Musikerin (Lydie Vanhoutte) samt ihrer tierischen Handpuppen zum Besten gaben.

Hinter den Reihen der Fünf- und Sechsjährigen folgte ein Pulk junger Mütter aus der Nachbarschaft, manche mit Baby im Tragetuch oder mit Kinderwagen. Stefanie Grünemay-Petzhold ist mit ihrer fünfjährigen Tochter Marie zum dritten Lukasplatzfest gekommen, denn ihre Kleine „liebt Puppentheater – und im Freien ist das etwas ganz Besonderes“. Emmas (6) und Haleys (2) Mama ist Stephanie Adams. Sie schätzt an dem Fest „die gelebte Zusammengehörigkeit im Stuttgarter Osten“, den sie als „multi-kulturellen Melting Pot“ lobt. Sie hat ihn zusammen mit ihrem amerikanischen Mann als Familiendomizil gewählt, weil „man hier mittendrin ist“ und direkt vor der Haustür „ein sehr üppiges kulturelles Angebot erhält“.

Viele ehrenamtliche Helfer

Gerhard Morgenstern, der Erste Vorsitzende des Vereins Kulturtreff Stuttgart-Ost schätzt sich glücklich, dass dieses beliebte Bürgerfest aus dem Etat des Bezirksbeirats und (über die Etatmittel des Kulturtreffs) vom Stuttgarter Kulturamt bezuschusst wird. Er betont: „Unser Anliegen ist die Stadtteilkultur. Wir veranstalten seit 2010 in zweijährigem Turnus das Lukasplatzfest; außerdem Ostweg-Führungen, Hörzeit-Lesungen, Konzerte und einmal jährlich einen romantischen Spaziergang im Park der Villa Berg.“ Mit dem Kulturwerk in der Ostendstraße kooperiere der Verein seit mehr als 15 Jahren – und jetzt zum dritten Mal beim Lukas­platzfest. Bühnenlicht und das gesamte Catering kommt von den gut 20 Helferinnen und Helfern des Kulturwerks. Acht Ehrenamtliche vom Kulturtreff springen noch bei.

Zwischen und nach den beiden Aufführungen des Theaters Tredeschin gehören die Kirchentreppen der Stuttgarter Band „Southbound Blues Trio“: Fitz Böttger (Gitarre und Gesang), Mark Schlaipfer (Bass) und Peter Remmele (Dobro und Gitarre) unterhalten mit Eigenkompositionen und gekonnt dargebotenen Klassikern wie Big Bill Broonzys „Wrong Woman“, dem getragenen und zeitlos schönen Titel „Need Your Love So Bad“ von Peter Green oder dem erst 1994 produzierten Deltablues „Tell Everybody I Know“ von Keb’ Mo’. Mit der von zahlreichen Soulstars weltweit populär gemachten „Mustang Sally“ klingt das bislang bestbesuchte Lukasplatzfest gegen 22 Uhr in kollektiver Bestlaune aus.




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