Drittes Olympia-Gold 2026 Noch ein Sieg, dann ist Kläbo der Allerbeste
Der norwegische Langläufer Johannes Hösflot Kläbo gewinnt bei den Olympischen Spielen erstmals ein 10-km-Rennen in der freien Technik. Folgt nun in der Staffel das neunte Gold?
Der norwegische Langläufer Johannes Hösflot Kläbo gewinnt bei den Olympischen Spielen erstmals ein 10-km-Rennen in der freien Technik. Folgt nun in der Staffel das neunte Gold?
Bei Olympischen Spielen gibt es, wenn man den Reportern glaubt, ständig historische Momente und unglaubliche Geschichten. Superlative reihen sich an Superlative. Manchmal sind diese allerdings auch gerechtfertigt. Wie bei Johannes Hösflot Kläbo.
Der Langläufer wird ziemlich sicher ab Sonntag, wenn die norwegische Staffel die sicherste Goldmedaille dieser Spiele abgeholt hat, der erfolgreichste Winter-Olympionike der Geschichte sein. Weil er endlich den einzigen Makel in seiner Vita getilgt hat. Bislang war der siebenmalige Olympiasieger und 15-malige Weltmeister noch ohne Sieg in einem 10-km-Einzelrennen im freien Stil. Doch am Donnerstag holte er auch über diese Distanz Olympia-Gold. Es war sein dritter Sieg bei seinem dritten Auftritt in Tesero, und es wird wahrscheinlich der Erfolg bleiben, um den Kläbo am härtesten kämpfen musste. „Es war das Rennen, über das ich am meisten nachgedacht habe“, sagte er, „Olympia war ein guter Zeitpunkt für den ersten Sieg.“ Der in der Ergebnisliste souveräner aussieht, als er tatsächlich war.
Kläbo ging das Rennen erstaunlich langsam an, erhöhte dann das Tempo und lag im Ziel nur knapp fünf Sekunden vor dem vor ihm gestarteten Franzosen Mathis Desloges. Doch sein größter Konkurrent war noch auf der Strecke. Einar Hedegart, der wegen der besseren Olympia-Perspektive für diesen Winter vom Biathlon zum Langlauf gewechselt ist, befand sich auf Goldkurs. Einen Kilometer vor dem Ziel lag er mit seiner Zeit knapp vor Kläbo, brach dann jedoch völlig ein und hatte im Ziel als Drittplatzierter 14 Sekunden Rückstand. „Ich bin total kollabiert, habe noch nie eine solche Müdigkeit gespürt“, sagte Hedegard, „doch an einem Medium-Tag Dritter zu werden, ist okay.“ Weil es ja ohnehin gerade eine viel größere Sache gibt.
Mit seinem achten Olympia-Gold schloss Johannes Kläbo, der auch noch je einmal Silber und Bronze holte, zu seinen Landsleuten Marit Björgen (8/4/3, Langlauf), Ole Einar Björndalen (8/4/2, Biathlon) und Björn Dählie (8/4/0, Langlauf) auf, am Sonntag (12 Uhr) kann er im Staffelrennen an ihnen vorbeiziehen – dann wäre er der erste Wintersportler mit neun olympischen Goldmedaillen. Was ihm das bedeuten würde, wurde er am Donnerstag gefragt. „Eine Menge“, antwortete er, „deshalb werde ich weiter so schnell wie möglich laufen.“ Auf dem Weg zum nächsten Superlativ.