Mit Blick auf kleinere Beträge geht Ludwigsburg in die dritte Sparrunde. Warum manche Schwimmkurse teurer werden und das Parken künftig kosten könnte.
Ludwigsburg dreht auf der Suche nach Einsparpotenzial jeden Stein um – und richtet im dritten Sparpaket den Blick auf die kleineren Beträge. „Win LB wirkt“, sagte Oberbürgermeister Matthias Knecht einleitend in der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend.
„Wir sind letztes Jahr vor der Bugwelle geblieben, dieses Jahr sind wir etwas zurückgefallen, bleiben aber noch davor.“ 1,6 Millionen Euro werden 2026 voraussichtlich eingespart, dabei ist der reduzierte Personalaufwand nicht einberechnet. Ursprünglich vorgesehen waren vier Millionen – der Gemeinderat beschloss im zweiten Paket beispielsweise entgegen dem Vorschlag der Stadt, das Stadtticket beizubehalten. Während dabei alle Maßnahmen einzeln abgestimmt und diskutiert wurden, sind sich die Stadträte bei der dritten Runde recht einig. Es ist ein kleines, unkontroverses, aber dennoch nötiges Paket.
Parkraumbewirtschaftung in weiteren Gebieten
Die Stadt Ludwigsburg plant, die Parkraumbewirtschaftung auszuweiten. Die Verwaltung wurde nun damit beauftragt, Bewohnerparken in den Gebieten Grünbühl, Quartier Bismarckstraße, Eglosheim West, Fuchshof/Stadionquartier und Hartenecker Höhe zu prüfen und – wenn rechtlich möglich und fachlich sinnvoll – vorzubereiten. Wie in Eglosheim-Ost erprobt, soll es dort Bewohnerparkausweise für Anwohnende geben, eine Parkscheibenregelung mit einer Höchstparkdauer von zwei Stunden und perspektivisch ein rein digitales, höherpreisiges Tagesticket für Gebietsfremde. Außerdem soll für Gäste von Anwohnern das digitale Pendant zum früheren „Besucherblöckle“ eingeführt werden.
Prüfen soll die Verwaltung außerdem ausgelastete Bereiche wie die Uferstraße oder der alte Dorfbereich von Poppenweiler. Im Quartier Bismarckstraße würde man schätzungsweise 2026 mit der Umsetzung starten, die Hartenecker Höhe könnten als letztes 2029 folgen. Die Stadt könnte damit schätzungsweise 472.000 Euro einnehmen – und zahlt nach Abzug von Fördermitteln einmalig 220.750 Euro für Gutachten, Öffentlichkeitsarbeit, Beschilderung sowie gegebenenfalls die Anschaffung von Automaten.
Nutzung der Lehrschwimmbecken wird teurer
Die Nutzung der drei städtischen Lehrschwimmbäder in Grünbühl, Eglosheim und Neckarweihingen sowie der Stadien wird ab dem kommenden Jahr für kommerzielle Schwimmschulen und externe Schulen, Kommunen und Vereine teurer. Bislang lag die Gebühr der Lehrschwimmbecken pro Nutzungsstunde bei 1200 Euro und steigt auf 1400 Euro.
Die Stadt rechnet damit, dass die Schwimmschulen die Kosten an die Nutzer weitergeben. Ein Schwimmkurs bei einer externen Schwimmschule würde statt 160 künftig 187 Euro kosten. Einnahmen für die Stadt: 15.000 Euro. „Ludwigsburg ist die Vorbild-Kommune in Baden-Württemberg beim Schwimmen. Wir haben neun Bäder“, sagt Knecht. Die Erhöhung findet er deshalb vertretbar und glaubt nicht, dass dadurch weniger Kinder schwimmen lernen.
Gebühren für Stadien steigen an Werktagen um 20 Prozent, genauso an Veranstaltungen am Wochenende im Ludwig-Jahn-Stadion. Dort müssen Veranstalter von Großveranstaltungen außerdem künftig selbst für die Energiekosten aufkommen.
Zudem lagert die Stadt den Bereich der Entgeltabrechnung künftig aus, die Pachtzinsen für Einzelgärten und Gartenanlagen steigen zweistufig im November 2026 und 2028, die „Studierende Willkommen“-Card wird in das neue Gutscheinverfahren vom Innenstadtverein übertragen und die Aufgaben der Unteren Vermessungsbehörde werden voraussichtlich 2032 an den Landkreis zurück delegiert – sofern sich die finanzielle Situation in ein paar Jahren nicht verbessert. Bis auf Stadtrat Hayrettin Dogan vom Bündnis der Vielfalt, der sich enthielt, stimmte der Gemeinderat für das Sparpaket.