Drittliga-Handball: HSG Stuttgart/Metzingen II Der Vizemeister muss absteigen

Am Boden: Der Trainer Robert Schenker bemüht sich, seine Spielerin Friederike Jacobi von Wangelin zu trösten. Foto: Günter Bergmann

Nach dem überraschenden zweiten Platz der vergangenen Saison gibt es für die HSG Stuttgart/Metzingen II diesmal ein schlechtes Ende. Was dies fürs Kooperationsprojekt bedeutet und wie der Trainer Robert Schenker die personelle Zukunft sieht.

Das Happy End ist ausgeblieben. In der vergangenen Saison noch überraschender Vizemeister, nun Absteiger – die Drittliga-Handballerinnen der HSG Stuttgart/Metzingen II haben am letzten Spieltag den Sprung auf den rettenden drittletzten Tabellenplatz verpasst. Nach zweijähriger Klassenzugehörigkeit muss das Kooperationsteam der Stuttgarter Kickers und des Erstligisten TuS Metzingen den Rückweg in die Regionalliga Baden-Württemberg (damals noch Baden-Württemberg-Oberliga) antreten. „Wir sind enttäuscht, aber die Trauer hält sich in Grenzen, weil das Ganze ja schon seit mehreren Wochen absehbar war“, sagt der Trainer Robert Schenker, der das Gemeinschaftsprojekt 2022 mit aus der Taufe gehoben hat.

 

Gereicht hätte es nur noch bei einem abschließenden eigenen Heimsieg sowie zusätzlicher Schützenhilfe vonseiten des HCD Gröbenzell. Beides klappte nicht. Die Augsburger Vorstädterinnen, deren Partie am Samstagabend eine Stunde früher begann, unterlagen beim Stuttgarter Fernrivalen HSG St. Leon/Reilingen mit 29:32. Als das Stuttgart/Metzingen-Team selbst aufs Parkett ging, waren in der Möhringer Rembrandthalle bereits Zwischenstände durchgesickert, die nichts Gutes verhießen. In der eigenen Begegnung mit der TSG Friesenheim sprang dann ungeachtet dessen bis 75 Sekunden vor Ende eine 29:27-Führung heraus, ehe die Gastgeberinnen aber noch mit 29:30 den Kürzeren zogen.

„Wir hatten am Freitagabend erfahren, dass bei Gröbenzell mehrere Leistungsträgerinnen ausfallen. Da war unsere Hoffnung schon weit gesunken“, sagt Schenker. Die eigene Partie empfand er derweil als „ein Spiegelbild der gesamten Saison“. Denn: „Wir haben es mehrfach nicht geschafft, Führungen in der Schlussphase nach Hause zu bringen“. Allerdings hatten die Seinen auch großes Verletzungspech: Gleich drei Kreuzbandrisse und einen Kreuzband-Anriss gab es in der Mannschaft im Zeitraum von Dezember bis Februar, sodass die HSG-Trainertochter und beste Torschützin Patrizia Schenker, die Junioren-Nationalspielerin Ida Pätzold, die Frauen-Bundestrainertochter Ida Gaugisch und die Torhüterin Aileen Volmering die Saison frühzeitig beenden mussten. „Das war schlicht nicht zu kompensieren. In Komplettbesetzung wären wir zwar nicht gleich aufgestiegen, aber wir hätten mindestens zehn bis zwölf Punkte mehr geholt und wären nie in Gefahr geraten“, sagt Schenker.

Für die ambitionierten Stuttgarterinnen, die nach Rang zwei im Vorjahr diesmal vorsichtig ans Tor zur zweiten Liga hatten klopfen wollen, geht es nun also stattdessen zurück in die Viertklassigkeit. Immerhin: „Die Mannschaft bleibt komplett zusammen, und die vier Langzeitverletzten kommen im Herbst zurück. Wir können also den direkten Wiederaufstieg angehen“, sagt Schenker, der durch den sportlichen Rückschlag keine negativen Auswirkungen auf die Kooperation befürchtet. „Wir setzen uns nächste Woche mit den Metzinger Verantwortlichen zusammen und bereiten alles auf“, kündigt Schenker an. Seine Überzeugung: „Wir haben eine sehr gute personelle Basis.“ Einen Beleg hierfür brachte schon dieser Samstag. An dem standen mehrere talentierte A- und sogar B-Jugendliche auf dem Feld. Wenn auch teils nur aus der Not geboren. Beste HSG-Schützin war Maren Weigel mit sechs Toren.

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